Montag, Januar 09, 2006

Attila in Afrika

„Böser Wolf“ lässt Ritter in Stich

Carl Diggs
Brockenbowl XXI mit österreichischer Beteiligung. Die Knights im Harz!
Am 28.1.2006 findet in der Harzlandhalle Ilsenburg (D) das älteste Hallenturnier Deutschlands (1994) zum zwölften Mal statt. Die „Brockenbowl“, welche in den letzten beiden Jahren von den Stuttgart Scorpions gewonnen wurde, geht heuer erstmals mit österreichischer Beteiligung über die Bühne. Die Vienna Knights stürzen sich ins Abenteuer Arena Football und wollten eigentlich gemeinsam mit den Budapest Wolves die weite Reise in den Harz antreten. Denkste, denn die Wolves haben abgesagt und die Ritter haben daher plötzlich noch Plätze im Bus frei.

Gemeinsame Sache wollte man machen. Die Knights und die Wolves planten an sich in Personalunion nach Deutschland zum Indoor Event anzureisen. Dazu kommt es nun nicht mehr. War das eher mäßige Abschneiden der Budapester beim Arena Turnier in Prag dafür ausschlaggebend (lediglich ein vierter Platz schaute heraus), oder, so die offizielle Lesart, personelle Engpässe im Kader - Fakt ist jedenfalls, dass die Ungarn per SMS (!) den Knights ihre Fahrgemeinschaft aufgekündigt haben. Wolves Manager Attila Árpa weilt zurzeit in Afrika und ist für uns nicht erreichbar.

So standen die Knights plötzlich ohne Bus (wurde von den Ungarn organisiert) und vor allem ohne Mitreisende da. Die Knights setzten sich in Bewegung, kontaktierten das Busunternehmen und treten nun die Reise nach Deutschland alleine an. Was nach einer Vereinssitzung noch offen ist, sind ein paar Plätze im Bus. Um schlappe 35 Euro fährt man mit dem Team nach Ilsenburg und zurück und hat damit auch einen Platz im Schlafsacklager der Mannschaft. (Schlafsack ist mitzunehmen). Derzeit ist Obmann Gerhard Uhrovcsik dabei gemeinsam mit dem Veranstalter ein Package zu schnüren.

„Wir sind sehr froh, dass wir trotz der Absage der Wolves nun an diesem Turnier teilnehmen können. Es ist nicht nur ein schöner Ausflug für uns, sondern auch Teil unserer Vorbereitung für 2006. Derzeit haben wir noch rund 10 Plätze im Bus frei. Wir laden alle Footballfans ein mit uns nach Ilsenburg zu fahren. Wir verhandeln momentan mit dem Veranstalter dass im Gesamtpreis auch der Eintritt enthalten ist. Näheres wissen wir demnächst.“, so Uhrovcsik gegenüber Football-Austria.com.

Die Brockenbowl ist ein europäisches Arena Turnier der Extraklasse – kurz: Ein echtes Schmankerl für Footballfans. 2006 werden neben den Knights und dem Veranstalter Werningerode Mountain Tigers das Team der Orcas, und Virgin Guards (beide Magdeburg) am Turnier teilnehmen. Ob es einen Ersatz für die Wolves geben wird ist derzeit noch nicht bekannt. Nähre Infos und Anmeldung entweder per E-Mail an die Knights oder per Telefon unter 0699/11514161.

Football-Austria.com wird vor Ort von der Brockenbowl XII berichten.

Donnerstag, Januar 05, 2006

Teufel, Vielfraß, Bär und Tiger

Blue-Devils verpflichten Chicago Bears Linebacker!
Ein Nachweihnachtsmärchen?


Carl Diggs
Carl Diggs als Wolverine.
Demnächst schon ein Teufel.
Foto: University Michigan
Ohio/Illinios/Memphis/Hohenems. Die Spatzen pfeifen es vom hohen Emser Dach. Ein Bär soll demnächst im Teufelsgewand durch die 14.000 Seelen Gemeinde blitzen. Ein Sensationstransfer, wenn auch nicht gänzlich überraschend, wirft seine Schatten voraus. Bei Bears und Linebacker denkt man sofort an einen Namen. Nein, Brian Urlacher wird (noch) nicht nach Hohenems kommen, aber hinter dem NFL Star wurden die Herren aus Hohenems scheinbar fündig. Carl Diggs, 2003 noch Co-Kapitän und einer der Schlüsselspieler der Wolverines (University of Michigan), stand zuletzt in Diensten der Chicago Bears. 2006, so vernimmt man aus gewöhnlich gut informierten Kreisen in Vorarlberg, wird Diggs das Dreß der Cineplexx Blue-Devils tragen.

Es war eigentlich damit zu rechnen. Die Blue-Devils werden im kommenden Jahr wohl mit weit weniger Imports als zuletzt ihr Auslangen finden, dafür aber die Qualitätsschraube ordentlich anziehen. Die obere Latte liegt hier ersichtlich auf NCAA Division I Niveau - NFL Erfahrung bitteschön bevorzugt. Diggs wurde im Dezember 2004 von den Wolverines zu den Bears als Rookie geholt, als sich Brian Urlacher im Trainingscamp eine Verletzung zuzog. Ersetzt wurde er (Urlacher) am Platz von Hunter Hillenmeyer, am Roster durch Diggs ehemaligen College Kollegen Alain Kashama. Diggs nahm Kashamas Platz im Practice Squad ein, sollte danach für ein Jahr in die NFL Europe wechseln. Was nun scheinbar nicht mehr passieren wird.

Was ihr alles wißt!
Offiziell will man in Ems davon noch nichts wissen (wer ist das?), gibt aber zumindest zu, daß wir mit unserer Vermutung vom 10. Dezember, daß man John Petty - ebenfalls ein LB, bzw. D-Liner, von der Grambling University (NCAA Division Iaa) - nach Hohenems holen will, nicht ganz Unrecht hatten. „Gut möglich, daß ich den Namen mittlerweile schon mal gehört habe.“, so Präsident Christoph Piringer, der sich stets schwer Namen merken kann. Zum Vergleich: Auch damals fragte er uns wer denn John Petty ist. Petty wird in Hohenems spielen. Diggs auch. Weitere werden folgen, oder stehen schon ante portas, wie z.B. Memphis Tigers DB Lionel Pieh, der bereits im Vorjahr ein Match (vs Vikings) für die Emser bestritten hat und in diesem überzeugen konnte. Da gäbe es dann auch noch die beiden „herumirrenden“ ehemaligen Falcons Dual Paßports Leroy Brooks und Richmond Appiah. Dieser werden zwar des öfteren in einem Atemzug mit den Raiders genannt, doch dort werden sie vermutlich nie ankommen. Fragt man Christoph Piringer, ob er auch mit diesen in Kontakt steht, sagt jener was? Genau - Wer sind die zwei? Also auch da ist man dran.

Weitere hochkarätige Spieler?
Ganz sicher kann man damit rechnen, daß die Devils weitere Spieler dieser Klasse engagieren werden. Gespannt darf man sein, wer in der Offense das Spiel machen wird. Ob die Starting Jobs auf den Positionen QB und RB bereits vergeben sind, konnten wir nicht in Erfahrung bringen. Es ist aber durchaus möglich, daß das Team der Devils bereits fix steht, oder das demnächst passieren wird und mit dem kompletten Roster bereits jetzt oder spätestens ab Februar trainiert wird. Ein „Überraschungsbsüchli“ wird von Nöten sein um das in Erfahrung zu bringen, denn so recht will man mit der ganzen Sache derzeit nicht rausrücken. Mit gutem Grund.

Die Angst des Favoriten
Eines will man nämlich in Hohenems ganz sicher nicht. Als Favorit für die Austrian Bowl ins Rennen gehen. Das Ziel wird offiziell lauten besser als im Vorjahr abzuschneiden. Das heißt, daß Saisonziel wird Platz 2 heißen. Ziemlich langweilig, denn womöglich auch ein Ziel, welches sich mehre Teams stecken werden. Die Vikings proben heute schon das Understatement (zahlreiche Abgänge) und die Giants werden sich ganz sicher nicht mit der Nummer 4 begnügen wollen. Bleiben die Black Lions, deren Ziel es sein wird mitzuhalten (wie auch immer das gemeint ist) und die Raiders, die als einzige sagen werden „müssen“, daß sie Bowl zurück nach Innsbruck holen wollen. Oder will sie am Ende dann gar keiner haben?

Sieht man sich die Agenda und jüngste Geschichte der Vorarlberger jedoch genauer an, werden sie, nachdem was derzeit alles Zug um Zug bekannt wird, zumindest der Rolle eines Mitfavoriten nicht entkommen können. Die Inthronisierung eines Ganzjahrestrainers (Ron Anzevino), die Rückholung in die Heimat von Mark Falger (Raiders), die Verpflichtung von Herbert Klackl (Dragons), so wie die Abschöpfung der Creme in der Schweizer Liga (Patrick Kunz, Tom Weiler, Michel Gmünder, Robin Haas), verbunden mit der Importpolitik „Weniger, dafür besser“, zeichnet für uns jedenfalls klar das Bild eines Teams, welches ein wenig mehr vorhat als lediglich zweiter der österreichischen Meisterschaft zu werden. Austrian Bowl und EFAF-Cup Titel 2006. 2007 dann Austrian Bowl Titel verteidigen und Eurobowl gewinnen. Das sind, wenn sie uns fragen, die wahren Pläne (Wünsche) in Vorarlberg, welche Christoph Piringer unter Garantie nie offiziell bestätigen wird. Doch so unrealistisch sind diese nicht und so gut kennen wir den Mann, daß ein zweiter Platz für ihn jener des ersten Verlierers ist. Der oft unbeherrschten Ehrgeiz des gebürtigen Niederösterreichers, welcher unkanalisiert bisweilen nicht selten ins Leere lief, quasi wie ein nächtlicher Blitz in den Bodensee zweckfrei seine Volts abließ, dabei manchmal auch grausame Blüten trieb, ihn immerzu zu in Versuchung führte Verschwörungen zu thematisieren, sollte nun von einem Ron Anzevino in die Richtung gelenkt werden können, wo man dann auch direkt in der Hohen Warte oder am Tivoli einschlagen kann. Beide Gegner sind eigentlich des Abschusses reif. Man muß nur noch richtig zielen. Aufmunitioniert hat man jetzt schon, die Gefechtsstellungen sollten sich bis zum Saisonstart noch massieren.

Heißen alle Vorarlberger eigentlich Steffani?
Der am häufigsten bekrittelte Punkt bei den Hohenemser, neben der latenten Konspirationsparanoia und ein paar eigenwilligen Interpretationen von seltsamen Vorgängen in der Liga, war stets die Ansage, daß es sich dabei um ein „künstliches“ Team handelt. Tatsächlich haben die Emser im Vorjahr im Schnitt mit zehn Imports (US oder Dual Paßports) ihre Matches bestritten. Von diesen zehn wird, wenn überhaupt, nur einer wieder nach Hohenems kommen. Der Rest ist so gut wie weg. Spieler wie Steve Carter und Keath Bartynski haben zwar ihr Interesse bekundet wieder mitmachen zu wollen (Geld?), wurden aber von Ron Anzevino nicht mehr ins Kalkül gezogen (Leistung?). Beide werden zur Zeit mit anderen AFL Teams in Verbindung gebracht. Gut möglich, obwohl zuletzt scheinbar fast ausgeschlossen, daß man Herrn Bartynski auch 2006 wieder in der AFL sehen wird.

Der österreichische Star der Devils ist WR Christian Steffani. Sieht man sich die „undisputed all time high“ des ÖHNT an, dann ist Steffani da zwar fix dabei, aber hinter dem jungen Mann klafft eine große Lücke. Auch im Leserteam der ersten 45 österreichischen Spieler findet man nur zwei Vorarlberger. Steffani und Falger – danach ist mal Pause. Zu Unrecht, wie Piringer meint, denn hätten die Emser durchaus auch andere gute österreichische Spieler. Wer das sein soll, wird man vielleicht schon 2006 sehen. Die Devils werden in der kommenden Saison mit 5-7 Imports am Feld stehen. Moore, Diggs, Petty, Pieh, ein QB, ein RB, eventuell noch ein bis zwei Duals, dazu vier Schweizer und zwei Deutsche? Wir rechnen mit 8-10 österreichischen Startern.

Conclusio Christoph P.
Wer auch immer, wann auch immer, wozu auch immer und was auch immer über Christoph Piringer sagt, gesagt wird oder wurde - auch wir haben uns ja die Finger wund geschrieben über den ausgewanderten Neunkirchner - es ist meistens irgendwie fast wahr. Aus heutiger Sicht ist er jedoch einer der ganz wenigen die vermutlich (aber ganz sicher finanziell) in der Lage sind die Vorherrschaft der Vikings ernsthaft zu gefährden. Man muß kein Freund des Mannes sein, um ihm das zuzugestehen. Enthusiasmus, Wille zum Erfolg, Sponsorenakquirierung, unorthodoxes Denken und Handeln. Im Guten wie im Schlechten. Kein einfacher Knabe. Die Footballwelt Österreichs ohne CP wollen wir uns gar nicht mehr vorstellen. Wahrscheinlich wäre die AFL heuer ein einsamer Viererbob auf dem Weg ins Tal, zumindest schiene sie weit farbloser.

Bezeichnend für eine Facette seiner Einstellung ist vielleicht die Antwort auf die Frage warum er bereits zu Saisonende 2005, im belanglosen Match gegen die Vikings, noch zwei weitere Spieler einfliegen ließ. „Weil es mir einfach Spaß macht!“. Ihn als (gar irren) Spaßvogel stehen zu lassen ist als Beschreibung jedoch reichlich dürftig und einfältig. Er meint es nämlich Ernst mit dem Spaß und alle Footballfans in Österreich, egal ob Befürworter oder strikte Gegner seines Credos, sollten daran Gefallen finden und hoffen, daß Herrn Piringer so schnell der Spaß am Ernst des Footballs nicht abhanden kommt. Herr Urlacher wird es uns womöglich eines Tages danken, daß wir Piringer nicht zum Teufel geschickt haben. 2009 dann, oder so.

Alles Akademiker?

“Football Universität“ in Braunschweig

Lions Acadmey
Braunschweig Lions "studieren" Football.
Die GFL Champions Braunschweig Lions, Gegner der Swarco Raiders Tirol in der EFL, schicken junge Talente auf eine hauseigene „Universität“. Die Deutschen haben eine Lions Academy gegründet in welcher sie (potentielle) Nachwuchsspieler fördern wollen. Die 6-12 Monate lange Ausbildung besteht programmgemäß aus Kraft-, Lauf- sowie Individual- und Teamtraining. Eingeladen zum mitmachen sind alle jungen Talente im- und auch außerhalb des Vereins.

Alle Teilnehmer der Akademie sind automatisch Mitglieder und vollwertige Spieler der Braunschweig Lions und damit laut Verein bei Trainings- und Spielveranstaltungen über den Verein versichert. Sie können nicht nur alle Trainingseinrichtung des Vereins nutzen, sondern werden zudem auch medizinisch betreut.

Dazu Organisator Markus Gahn (Braunschweig Lions):
"Junge Nachwuchstalente, die wirklich auf dem höchsten Level Football in Deutschland spielen wollen, sind unter dem Dach der Lions Academy am besten aufgehoben und wir sind uns sicher, daß diese Einrichtung ein Erfolg wird."

Ob diese Idee der Namensgebung einer solchen Einrichtung aus den Staaten, wo ja so manches Akademie heißt, was eine Sprossenwand und zwei Fenster besitzt, zukünftig auch in Österreich Nachahmer finden wird, ist schwer zu sagen. Ein Trainingsprogramm oder Schnupperjahr Akademie zu nennen hat den Vorteil, daß es sich enorm gut anhört, auch vor allem für die jungen Teilnehmer, wird sich aber auch an seinem tollen Namen am Ende auch messen lassen müssen. Was haben wir alles gelernt?

So findet man auf der Webseite der Akademie unter den Punkt Partner auch ein Braunschweiger Gymnasium, woran man den mittel- bis langfristigen Zweck einer solchen Institution erkennen kann. Rein in die Schulen, bzw. eine Schule für Football soll her.

In Österreich gibt es zahlreiche schulische Institutionen, welche den Sport fördern. Die Ski Gymnasien in Stams oder Schladming, so wie BLZs verstreut über das ganze Bundesgebiet, konzentrieren sich jedoch hauptsächlich auf den alpinen Bereich und Fußball. Andere Ballsportarten, wie z.B. Handball, Volleyball oder Basketball, stehen vereinzelt im sportiven Mittelpunkt des Lehrplans.

Aber auch Football, bzw. Flag-Football ist in Schulen hierzulande bereits seit längerer Zeit ein Thema. Zwei herausragende Beispiele: Die Sporthauptschule Graz Brucknerstrasse, wo Headcoach Bernhard Mandl sein junges Flag Team in den Jahren 2000-2003 nicht nur zu österreichischen Meisterschaft führte, sondern auch zwei Mal die Europameisterschaften gewinnen konnte. Das Gymnasium Wenzgasse, welches seit einiger Zeit von den Vikings unterstützt, löste die Grazer als Meister im Flag Nachwuchs zuletzt ab und verzeichnete ebenfalls internationale Erfolge. Wobei der Gewinn von Meisterschaften sicher nicht im Vordergrund steht - in beiden Schulen wird weiterhin Flag Football als Sportfach angeboten- was wirklich wichtig ist.

In Graz hat man, wie auch in Hohenems, voriges Jahr verstärkt versucht Football in die Schulen zu bringen. Der Nachwuchsleiter der Graz Giants, Nils Hofer, bezeichnet den Status des Projekts als „im Werden begriffen“ und sieht die Sache auf einem guten Weg. Gut möglich, daß auch der Erfolgscoach Bernhard Mandl hier wieder eine Rolle spielen könnte. Die „Rückholaktion“ der Giants, die ihre ehemaligen Größen wieder im Verein eingliedern soll, ist noch am Laufen.

Interessant dazu auch die Tiroler Visionen von Daniel Dieplinger, Manager der Raiders und daher direkter Gruppengegner der Lions im Grunddurchgang. Dieplinger denkt hier einen Schritt weiter.

“Grundsätzlich ist den Braunschweigern zu dieser Akademie zu gratulieren. Eine gute Idee für den Verein und den Football ganz allgemein. Es ist keine Frage, daß wir auch in Österreich zahllose Nachwuchsprogramme haben. Meine Vision einer Akademie in diesem Sinne wäre aber ein komplettes Programm, welches nicht nur den Sport beinhaltet. Man pickt sich die besten Teile des amerikanischen Systems heraus und kombiniert das mit selbigen unseres Schulsystems. Das heißt, daß der Unterricht auf einer Schule stattfindet, wo neben einer guten sportlichen Ausbildung auch eine vernünftige akademische auf Maturaniveau angeboten wird. Vorstellbar wäre hier eine Verknüpfung mehrerer US Sportarten, wie Football, Basketball und Eishockey, zusammen mit einem AHS Lehrplan. Das werden wir nicht in den nächsten 2,3 Jahren schaffen, aber wenn ich einmal meine Pfeife im Schaukelstuhl rauche, würde ich gerne auf so eine Geschichte zurückblicken können.“, so Daniel Dieplinger, dem man sich rauchend in einem Schaukelstuhl so gar nicht vorstellen kann.

Unvermeidlich die Frage nach dem Duell AUT vs GER. Wie sieht Dieplinger die Chancen der Raiders gegen die Lions in der EFL?

“Ihre letzte Begegnung gegen ein österreichisches Team (Anm.: EB Finale 2003 vs Vikings) haben die Lions gewonnen. Zudem sind sie erneut deutscher Meister geworden und damit Favorit gegen uns, denn sie werden sich seit 2003 nicht gerade verschlechtert haben. Ein Team, welches die GFL gewinnt ist ein schwerer Brocken für uns – sicher für jedes österreichische Team. Wir werden unsere Chancen suchen und hoffentlich auch finden wie nutzen. Es gibt ein paar Dinge, welche für uns sprechen. Das erste Match in Braunschweig findet zu einem für deutsche Teams sehr frühen Zeitpunkt statt. Das könnte ein Vorteil für uns sein. Die Entscheidung wird, völlig unabhängig davon wie das Match in Braunschweig ausgeht, erst am Tivoli fallen. Das Team welches dort gewinnt, so meine Meinung, wird eine Runde weiterkommen. Jedenfalls wird es eine spannende Sache und ein Indikator dafür wo wir wirklich stehen. Es freut mich persönlich sehr, daß alle 4 österreichischen Teilnehmer auf deutsche Gegner bereits im Grunddurchgang treffen. Danach werden wir alle wissen wo wir stehen.“

Mittwoch, Januar 04, 2006

Nicht verzagen – König fragen

Neudefinition NFAF

Jeff King
Jeff King mit Bizeps und neuer Webseite.
Foto: Walter H. Reiterer
Jeff King, Erfinder der Abkürzung NFAF, ehemals Coach der seligen Carinthian Cowboys und „efant terrible“ der heimischen Trainerszene, hat wieder einmal seine Webseite sportsoverseas.com umgebaut. Ab 2007, so ist auf der Seite zu lesen, wird er in die Staaten zurückkehren um dort als persönlicher Trainer zu arbeiten und bietet jetzt schon ebendort seine Dienste an. Auch die vier Buchstaben NFAF findet man noch auf der Seite, doch bedeuten diese jetzt etwas ganz anderes. Nicht mehr „National Foundation of American Football Events“ soll es heißen, sondern „Never Fail & Always Faithfull“. Sehr interessant, auch wenn es mit der englischen Rechtschreibung (faithfull?) noch ein wenig hapert.

Die NFAF sollte ursprünglich eine Vereinigung der „kleinen Teams“ sein, die sich unabhängig vom europäischen (EFAF) und dem heimischen Verband (AFBÖ) eigene Meisterschaften in Turnierform ausspielen. De facto hatte dieser „Verband“ nie wirklich die zahlreich angeführten Mitglieder. Ein Team namens Carinthian Fusion gab es zu keiner Zeit, die der Liga zugewiesenen Gladiators und Gmundner Rams waren nur dabei, weil ihnen in Aussicht gestellt wurde ein Turnier in der Offseason spielen zu können und die Budapest Wolves erfuhren erst durch uns, daß sie dort Mitglied seien. Alle drei dürfen den Statuten des AFBÖ nach bei keinem anderen Verband noch Mitglied sein.

So richtig „eingeschlagen“ hat die NFAF als man das kirgisische Team der „Bischkek Bears“ in seine Reihen aufgenommen hat. Danach war mal Schluß mit dem Zinnober und die Seite verschwand inhaltlich. Nun ist sie im neuen Gewand wieder da.

Zur Umgestaltung seiner Webpräsenz hat King sich im reichhaltigen Fundus unserer Fotogalerien umgeschaut und wurde prompt fündig. Gefragt wurden weder wir, noch die Fotografin. Einen Hinweis darauf woher die Bilder stammen gibt es ebenfalls nicht. Vielleicht will er diese Anleihe auch in Naturalien abbezahlen? Wer weiß das schon, aber wir tauschen natürlich gerne persönliche Trainingseinheiten gegen Fotos aus.

Wobei man doch leichte Zweifel daran haben kann, ob King überhaupt jemals wieder in Österreich zu sehen sein wird. Der neue Headcoach der Black Lions ist zwar noch nicht abgeholt, aber bereits bestellt und wird definitiv nicht King heißen. Ob im Coaching Staff der Kampfmannschaft oder im Nachwuchsbereich ein Plätzchen für den Kalifornier freigehalten wurde konnten wir nicht in Erfahrung bringen. In Klagenfurt hüllt man sich in Schweigen die Person King betreffend. Das Interesse an seiner Rückkehr dürfte sich bei etlichen Leuten doch sehr in Grenzen halten, wobei man King starke Stehaufmännchenqualitäten zusprechen muß. Es ist durchaus möglich, daß er im Frühjahr frisch und fröhlich wieder da ist. Wir wollen es stark hoffen, denn irgendwer muß ja die Rechnung begleichen.

Montag, Januar 02, 2006

Ein Fall für die Krone

Disco Brutale in Tirol?

Hans Seppele
Bei dieser Aufnahme kamen garantiert keine Wirbeltiere zu Schaden - vlnr:
Kicker: Mario Rinner, Ball: fishfinger, Holder: Norbert Baumberger.
Austrian Bowl 2004
Die Kronen Zeitung widmet sich in ihrer Tirol Ausgabe vom 29.12. 2005 ausgiebig (zwei Spalten) einem anhängigen Gerichtsverfahren im Football Umfeld. Unter dem Titel „Sportler als Schläger angeklagt. Opfer: Footballspieler hat mir Schlag versetzt“, verbirgt sich die Geschichte eines Zwischenfalls in einer Discothek in Söll, wo die Schilderungen der Streitparteien zwischen „Schupfer“ und „doppelt den Kiefer mit der Faust brechen“ rangieren. Auch der zuständige Referee, Richter Peter Friedrich vom Innsbrucker Landesgericht, blickt noch nicht ganz durch und gönnt sich nach einer Play Challenge ein Replay in Form weiterer Zeugenbefragungen. Mit ein Grund für des Richters Bedenken könnte das eher seltsame Verhalten des Opfers nach der „Attacke“ sein.

Der Vorfall ereignete sich bereits am 13. Februar des vergangenen Jahres und ist jetzt vor Gericht gelandet. Der im Gesicht verletzte 20-Jährige behauptet an jenem Tag zuerst auf einer Eisplatte ausgerutscht zu sein. Nachdem ihm der behandelnde Arzt mitteilte, daß ein Sturz nicht in Einklang mit seiner Verletzung zu bringen sei, sagte der junge Mann schließlich aus, er wäre von einem Footballspieler in einer Disco in Söll ins Gesicht geschlagen worden. Die Folge - ein doppelter Bruch des Nasenbeins. Daraufhin wurde vom Opfer Anzeige erstattet. Vorerst gegen unbekannt, denn über eine Milliarde Chinesen und ein paar hundert Tiroler Footballspieler haben genau was gemeinsam? Sie schauen in der Disco alle gleich aus! Woher der Zeuge überhaupt wußte, daß es sich beim Zuschlagenden um einen Footballspieler handelt geht aus dem Artikel leider nicht hervor. Womöglich hat er eine Nase dafür?

Jedenfalls begab sich der jungen Mann dann - nach eigener Aussage - auf die „mühsame Suche nach dem Täter“. Ein Freund begleitete ihn zum Footballtraining in Innsbruck und schlußendlich fand man dort den bösen Dual Nasenbeinbrecher. Der gab vor Gericht schließlich auch zu, sich daran erinnern zu können, mit dem Mann aneinander geraten zu sein. Schläge ins Gesicht stritt er aber kategorisch ab. Er wäre vom Opfer drei Mal angerempelt worden und habe dem Unvorsichtigen lediglich einen „Schupfer“ gegeben. Zeugenaussagen untermauern sowohl die eine, als auch die andere Version. Klassisches Unentschieden! Der Richter beschloß daher weitere Zeugen, darunter den Türsteher der Diskothek (angeblich ebenfalls Tatzeuge), zu vernehmen und vertagte die Verhandlung. Football-Austria.com wird berichten wie die Sache ausgeht.

Was sagt uns diese Geschichte?
Wir können und wollen nicht beurteilen wer hier im Recht ist. Sollte der Betroffene tatsächlich eine von diesem Spieler auf die Nase bekommen haben, so kann er sich unseres Mitgefühls sicher sein. Er soll auch Recht (ist gleich Geld) bekommen. Sollte es andersrum und damit der Spieler hier zu Unrecht beschuldigt worden sein, dann darf man sich fragen, wie das mit der Eisplatte und den Footballspielern für ihn so ist? Wie auch immer - hat das ein Gericht in Innsbruck zu klären.

Wirklich interessant an der ganzen Sache ist aber der Hype Faktor. Würden Sie (angenommen sie wären ein völlig normaler Tiroler Bürger), einem anderen (völlig normalen Tiroler Bürger) in der Disco eine auflegen, der dadurch einen (doppelten) Nasenbruch erleiden, dann müßten Sie schon einen verdammt guten PR Manager haben, um es mit dieser langweiligen Geschichte doppelspaltig in die Kronen Zeitung zu schaffen. Eigentlich ist das unmöglich, denn es passiert an jedem Wochenende und wird in der Regel nicht mal von lokalen Bezirksblättern notiert. So kann man daran auch den Stellenwert von Football an sich und bislang messen. Es ist nicht mehr „irgendwer“ der „irgendwem“ eine „auflegt“, sondern jene, daß ein Footballspieler (lokale Persönlichkeit) einem Mitmenschen (völlig unbekannt) die Nase einschlägt. Ob nun Wahrheit oder nicht. Das ist (für die Krone) eine (und das hört sich nur im ersten Moment naiv an) erwähnenswerte Geschichte. Es ist ein Indiz dafür, wo dieser Sport bereits steht im Medien Ranking. Wäre der Täter ein Hockey-, Badminton-, oder Faustballspieler – dann hätte es keinen „Krone-Alarm“ in Tirol gegeben. So aber schon und das ist, abseits von der unerfreulichen Tatsache, daß es sich um einen Gewaltakt handelt, ein sehr gutes Zeichen für Football in Österreich. Daran müssen sich allen in Hinkunft messen lassen. Nicht nur wie sie spielen, sondern auch welche Rolle sie im öffentlichen Leben einnehmen.

Des friedlichen Gemeinsamens renitente Spieler?
Gibt es in der Tat. Nicht nur in Tirol, sondern überall in Österreich und auf der ganzen Welt. Die handvoll Typen welche der Klasse „Ich spiele Football und mach dich deshalb Kickbox, wenn du mich antippen tust beim Tanzen!“ sind jedoch Angehörige einer absoluten Minderheit. Jene gibt es, aber, unabhängig davon, ob der Beschuldigte dieser Klasse, oder einer ganz anderen, nämlich der garantierten Mehrheit der „friedfertigen“, sprich normalen Menschen angehört, ist die ganze Story ein klares Zeichen dafür, daß „wir alle“ im Licht der Öffentlichkeit wiederfinden und solche Dinge einfach beurteilen, bewerten und verarbeiten müssen. Wie auch immer diese am Ende wahrheitsgemäß aussehen mag. In dem konkreten Fall das Gescheiteste wäre sich die Hände zu reichen und die Sache ohne richterlichen Aufwand zu beenden. Denn diese Richter haben eigentlich weitaus Wichtigeres zu tun wie die konkrete Beschaffenheit von Handgreiflichkeiten zu bewerten.

Dank hat man, wenn man es genau betrachtet, an die Kronen Zeitung Tirol zu richten. Diese hat sich des Themas zwar maximal plakativ angenommen (großer Mann haut kleinen Bub – voll schlimm!), aber alleine die Tatsache, daß auch solche „Nebenkriegsschauplätze“ ins Kalkül gezogen werden soll beweisen wie wichtig Ihnen dieses Thema ist. Man wird daher noch mehr über Football in Österreichs größter Tageszeitung lesen dürfen, wenn ihnen schon diese Kamelle ausreicht für eine Schlagzeile.