Freitag, April 22, 2005

32 Stunden und 48 Minuten

Katalonischer Kraftakt der Raiders - 16-stündiger Anfahrtsmarathon nach Badalona

Gestern Abend um 22.00 Uhr verließ ein Bus die Tiroler Landeshauptstadt. Darin die Spieler, Coaches und Funktionäre der Papa Joe’s Tyrolean Raiders auf ihrem gemeinsamen Weg zur ersten EFL (Eurobowl) Begegnung nach Badalona (ESP). Heute gegen 14.00h werden Sie im 4**** Hotel Parc de Valles, knappe 14km außerhalb von Barcelona erwartet.

Danach steht erstmal ein Erholungsnachmittag an der Costa Brava an, bevor man Tags darauf, nach dem Videostudium des Gegners, sich in die Höhle des Drachens begibt - ins Stadio del Centenari, Heimstätte der Badalona Dracs.


Spanischer Serienmeister
In den Jahren 2001 - 2004 gewannen die Katalonen vier Mal in Folge die spanische Meisterschaft und spielten dabei nicht weniger als vier perfekte nationale Saisonen durch. Kein anderes spanisches Team konnte die Dracs in diesem Zeitraum fordern. 2005 sieht die Sache allerdings ganz anders aus. Zwei Niederlagen in der laufenden Saison gegen den Eurobowl Kontrahenten der Chrysler Vikings, die Pioners de l`Hospitalet, haben den Dracs den Nimbus der Unbesiegbarkeit genommen. Speziell die Heimniederlage voriges Spielwochenende (10:28) kann man durchaus als Wirkungstreffer bezeichnen.

Die Raiders hatten einen Scout bei diesem Spiel vor Ort, zudem gibt es ein Game Video, welches von den Coaches analysiert wurde. Head Coach Geoff Buffum: "Badalona ist gut, aber zum Glück nicht mehr sehr gut. Sie haben den wahrscheinlich besten Running Back, gegen den wir heuer je spielen werden, zudem kommt ihr Local Hero Ex-NFL Europe Tight End Vincenc Rodriguez. Über diese zwei Spieler läuft ihre Offense."

Mit ein Grund für den Leistungsabfall dürfte die turbulente und sehr kurzfristige Trennung zwischen der Vereinsführung, dem amerikanischen Headcoach und einigen US-Importspielern gewesen sein.

Trotzdem haben die Dracs noch einige Pfeile im Köcher. Neben Tight End Vincenc Rodriguez haben sie mit Kicker Jeus Angoy gleich zwei ehemalige NFLE Spieler in ihrem Roster. Der von Buffum erwähnte Running Back, Roberto Muro aus Mexico, ist in der Tat der auffälligste Spieler in den Reihen der Spanier. Speedy Roberto besuchte das New Mexico State College in den Staaten und wiegt bei einer Körpergröße von nur 175cm stattliche 95 Kilogramm.
Eine kleine Turbo Dampfwalze, welche es für die Tiroler zu stoppen gilt.


Alte Bekannte, alte Farben
Badalona Wide Receiver Oscar Calatayud war unter dem ehemaligen Raiders und Dracs Coach Carlos Barocio 2002 auch im Dreß der Tiroler zu sehen, welches übrigens seinem neuen nicht ganz unähnlich ist. Die Farben beider Teams: Silber und Schwarz. Damit das Tiroler Silber ins Spanien auch richtig glänzt, haben sich die Raiders kurzfristig mit LB Mike Zenone verstärkt. Ein Dual Passport Spieler (CAN/I). Trotz Jetlags – Zerone kam erst Mittwoch in Innsbruck an – absolvierter der 105 Kilogramm schwere Kanadier noch schnell ein erstes Training mit seinem neuen Team, welches Defense Coordinator Ben Ballard zufrieden stimmte: "Obwohl er gestern sicher noch nicht topfit war, hat mich sein Speed und sein Reaktionsvermögen sehr beeindruckt."

Mike Zenone in Aktion


Geoff Buffum bringt seine Erwartungen auf den Punkt: "Wir müssen eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am 28. Mai schaffen, und endlich ein Spiel vier Viertel lang konstant gut und konzentriert spielen. Im Moment sind uns nicht die Gegner im Weg, sondern wir uns selber."


32 Stunden und 48 Minuten
Zeit über den „Enemy within“ nachzudenken dürften die Tiroler wohl genug haben. Im luxuriösen Christophorus 72-Sitzer Doppeldecker Bus wird man bei der 16stündigen Anfahrt die Muse finden sich mit derart philosophischen Fragen auseinanderzusetzen. Nach 48 Minuten reiner Spielzeit geht es sofort nach Spielende weitere 16 Stunden direkt wieder heim in die zweifache Olympiastadt. Die Rückankunft ist für Sonntag um 15.00 Uhr geplant.

Injury List
Out (0%): Greg Kleidon (Schlüsselbein)
Questionable (50%): Mario Rinner (Muskeleinriß)

Badalona Dracs (ESP) vs. Papa Joe's Tyrolean Raiders
EFL (Eurobowl) Grunddurchgang
23.04.2005, Kickoff: 20.30h, Estadi del Centenari, Badalona
Referees: Kimpel / Nogues / Escudero / Arnold / Springwald C. / Ortigosa

Donnerstag, April 21, 2005

Habemus Headcoach!

Weisser Rauch aus dem Schornstein der Hohenemser Kapelle!


Foto: Michael Nemeskal
Neuer Headcoach der Cineplexx Blue-Devils: Ron Anzevino
Der 41-jährige US-Amerikaner aus Phoenix Arizona kann auf 17 Jahre Coaching Erfahrung zurückblicken, spielte und trainierte am Scottsdale Community College und war bis zuletzt bei den Bologna Warriors unter Vertrag. Anzevino leitet seit heute bereits das Training in Hohenems und wird am kommenden Samstag, in Klosterneuburg gegen die Danube Dragons, sein erstes Match als Headcoach für die Blue-Devils bestreiten.


Christoph Piringer zeigt sich erleichtert über das geglückte Engagement. Ron Anzevino dürfte nicht nur sein Wunschkandidat gewesen sein, sondern auch jener der Schlüsselspieler der Blue Devils. Nach dem ersten Hearing vergangenen Dienstag wurde man sich schnell einig. Der Amerikaner verläßt die Warriors auf Grund der prekären finanziellen Situation bei den Norditalienern und wird nach dem ersten Match nach Hohenems übersiedeln.

Derweil weiten sich die personellen Sorgen bei den Vorarlbergern aus. OL Werner Matt wird am Samstag nicht dabei sein, einer der beiden Steffani Brüder ist wegen Zahnproblemen fraglich. Welcher wurde Football-Austria.com nicht verraten. Wir nehmen an es handelt sich dabei um Christian Steffani.

Mittwoch, April 20, 2005

Feuerteufel und Drachenblut


Kommenden Samstag findet außerplanmäßig die einzige AFL Begegnung des Spielwochenendes statt. Dieses Nachtragmatch hat es allerdings in sich! Die Danube Dragons weihen mit Verspätung ihr Happyland in dieser Saison ein und treffen zu Hause auf die Cineplexx Blue Devils, ihren Erzrivalen um einen Platz in den Playoffs der letzten Jahre. Für Sprengstoff im Vorfeld sorgt nicht nur Tobias Oberzellers Doping „Anfrage“ gegenüber Keath Bartynski, sondern vor allem die schwierige Ausgangslage für beide Teams. Nach zwei Niederlagen in Folge gilt für die Kontrahenten: Verlieren verboten!

pressetext Dragons
pressetext Devils

Mit den Falcons gehören die Dragons und Devils dem AFL Trio an, welches bislang noch kein Match für sich entscheiden konnte. Die Devils wurden zu Hause vom Meister aus Tirol geschlagen, die Dragons unterlagen auswärts den Giants aus Graz. Dazu zwei EFAF-Cup Niederlagen gegen deutsche Clubs. Feuer fegt durch die Hölle der Teufel und aus den Kehlen der Drachen. Der Verlierer dieser Schlagerpartie wird es im Playoff Rennen wohl sehr schwer haben.

Zur Ausgangslage

Die äußere Form, bei bisher insgesamt vier gespielten Partien der beiden Rivalen, mag rein subjektiv für die Hohenemser sprechen.

Die Niederlage der Blue Devils gegen die Tyrolean Raiders war wohl eingeplant und auch vorhersehbar. Man spielte phasenweise brav mit, allerdings ohne Headcoach und bar jeder Disziplin. Eine Chance dieses Match zu gewinnen gab es so gesehen nicht. Im EFAF Cup verlor man 27:42 gegen die Marburg Mercenaries und ist damit so gut wie ausgeschieden.

Der Heimsieg der Giants über die Dragons überraschte zum damaligen Zeitpunkt auch nicht wirklich. Betrachtet man allerdings was den Giants vorigen Sonntag in Dornbach passiert ist, mag man kaum glauben, daß diese Mannschaft bereits ein Match gewonnen hat. Auch die sehr deutliche Dragons Niederlage gegen die Schwäbisch Hall Unicorns in der Vorwoche (28:58) wird nicht gerade für Zuversicht in Klosterneuburg gesorgt haben. Im EFAF-Cup ist man damit ausgeschieden.

Diese Fernvergleiche dürfen angestrengt werden, sind aber natürlich müßig. Es läßt sich daraus eine schöne Favoritenrolle konstruieren, welche wir hiermit den Devils zuschanzen wollen, aber wohl sicher keine seriöse Vorhersage für den Ausgang der Partie. Fast jedes Match zwischen den Dragons und Devils in der Vergangenheit war an Spannung kaum zu überbieten. Die letzte Partie im Vorjahr gewannen die Dragons mit 28:20. Zudem spielen die Drachen erstmals vor heimischen Publikum. Gemessen an den Zuschauerströmen in Wien, Innsbruck und neuerdings auch in Kärnten, wird aller Voraussicht nach auch das Happyland am Samstag zum Bersten gefüllt sein.

Nicht gerade zum Nachteil geraten dürfte den Niederösterreichern der Umstand, daß die Vikings spielfrei haben. Zwar gibt es eine traditionelle Rivalität zwischen den Wienern und den Dragons, aber sollten sich die Vikings Fans am Wochenende in Klosterneuburg einfinden – und davon kann man heute wohl ausgehen – darf man sie, trotz aller lokalbilateraler Niedlichkeiten, eher dem Fanlager der Dragons zurechnen. Damit sei den Verschwörungstheoretikern aus Hohenems genüge getan. Im Endeffekt halten „die im Osten“ immer zusammen. Das ist auch gut so, denn spielen die Raiders zu Hause gegen die Vikings, und findet Herr Piringer im Tivoli ein Vorarlberger mit einem violetten Freundschaftsband, dann braucht derjenige gar nicht mehr vor den Arlberg zurückfahren. :-) Wir sind Österreicher, aber nicht immer die gleichen. Um es in den Worten eines irischen Rockpoeten zu sagen: „We are one, but we’re not the same. We get to carry each other.“

Es sei jedem Football Fan gesagt: Wer Samstag nicht nach Klosterneuburg pilgert, versäumt wahrscheinlich einen der Leckerbissen dieser Saison. Football-Austria.com erwartet ein schnelles und spannendes Match im Happyland und wird natürlich ausführlich darüber berichten.

Aufgepaßt auf:
Brian Caler (Dragons) – der QB erzielte gegen die Giants und Unicorns insgesamt 3 TDs.
Keath Bartynski (Devils) – erster Score des ehemaligen Lions RB im letzten Match gegen Marburg
Jürgen Hablas (Dragons) lief gegen die Unicorns 200 Yards und erzielte 20 Punkte
Christian Steffani (Devils) – einer der besten Wide Receiver aus Österreich

Inury List:
Die Dragons haben keine nennenswerten Ausfälle zu beklagen.
Die Devils gegen ihre aktuelle Verletztenliste demnächst bekannt.

US-TV-Stationen zahlen $22 Milliarden für NFL-Rechte

4 TV-Stationen (CBS, Fox, NBC und ESPN) zahlen der National Football League insgesamt $22 Milliarden für 6 Jahre (2006-2011).


Foto: picsbox.com
Nach sechs Jahren NFL-Abstinenz kehrt NBC als Rechteinhaber für "Sunday Night Football" zurück (Kickoff ab 2006: 2.15 Uhr MEZ). Außerdem überträgt NBC, ohne NFL als Flagschiff der Cross-Promotion zuletzt in der Prime Time fast schon auf Platz 4 der großen Networks abgerutscht, die Super Bowls im Februar 2009 und 2012. Kostenpunkt: $600 Millionen pro Jahr.

Monday Night Football wandert nach 35 Jahren um $1.1 Milliarden pro Jahr von ABC zur Walt-Disney-Kabel-Tochter ESPN (bisher Sunday Night Football). Kickoff ab 2006: 2.40 Uhr MEZ (bisher 3 Uhr). Damit ist ABC ab 2006 das einzige nationale US-Network ohne NFL-Rechte.

Schon im November schloss die NFL mit CBS und Fox ab - insgesamt zahlen die beiden Stationen $8 Milliarden für die Rechte an AFC- bzw NFC-Spielen an Sonntagen, und jede Station darf im Zeitraum 2006-2011 zweimal die Super Bowl übertragen.

Die NFL wird nach Abschluss dieser einzigartigen Verträge ab 2006, inkl DirecTV (pay tv) 3.735 Milliarden pro Jahr an US-Fernsehrechten verdienen; bis 2011 insgesamt $22 Milliarden.

Dienstag, April 19, 2005

Amerikai Football Feeling

"Hot Dog – Cola – Popcorn!"


Viel mehr werden die des Ungarischen nicht Mächtigen dem rasanten und mittlerweile in Insiderkreisen zum kuriosen Sammelobjekt avancierten Radiospot der Budapest Wolves nicht entnehmen können. Die fast einminütige Rundfunk Preview zum bevorstehenden Match der Wolves gegen die Vienna Knights wird derzeit von einem Schnellsprechmeister durch den ungarischen Äther gejagt. Die Gladiatoren grooven dazu, lassen im Beat die Helme krachen und die Shoulderpads knacken. Das Match wird am kommenden Sonntag (24.04., Kick Off 16:00h) im ehrenwerten Budapester Bozsik-Stadion stattfinden. Die Wolves durften letzten Samstag prominenten Besuch beim Training begrüßen. Der ehemalige Boxweltmeister Darius Michalczewski hat den Ungarn nach ihrer 0:16 Niederlage gegen die Cowboys ein Trainingseinheit in Sachen Durchschlagskraft verpaßt.
pressetext: Vienna Knights

Football-Austria.com läßt sich dieses Schmankerl im Heimstadion von Honved Budapest natürlich nicht entgehen und wird vor Ort mit einer Abordnung vertreten sein.