Donnerstag, Juni 23, 2005

Shoppin’ USA

Christoph Piringer und die Lust am Power Shoppen

Cineplexx Blue Devils Chrysler Vikings
Im letzten Saisonmatch gegen die Chrysler Vikings fehlen den Cineplexx Blue Devils mit Keath Bartynski (gesperrt) und Damian Bailey (verletzt) zwei wichtige Spieler. Christoph Piringer wäre aber nicht Christoph Piringer, würde er dieses Faktum einfach nur zur Kenntnis nehmen. Der Präsident der Hohenemser hat extra, für das für die AFL Tabelle bereits völlig bedeutungslose Match, zwei neue Spieler einfliegen lassen. Von Football-Austria.com darüber befragt warum er das tut, gab er uns eine erhellende Antwort: „weil es Spaß macht!“

Teamnews Devils: Devils treffen auf das stärkstes Team Europas
Teamnews Vikings: Wikinger auf Weltreise


Spaß ist natürlich nicht der einzige Grund warum Lionel Pieh (USA/ Sierra Leone) und T.J. Moriarty (USA) am kommenden Sonntag in Hohenems gegen die Wiener auflaufen werden. Die Positionen der beiden will Piringer nicht verraten, allerdings sind diese Spieler relativ bekannt und daher auch sofort im Netz zu finden. Ob sie aber auch jeweils auf ihrer Stammposition spielen werden ist fraglich. Da diese beiden Spieler nur mehr für dieses eine Match in der Saison spielen dürfen (im Playoff gegen die Raiders können sie auf Grund der 50% Regelung nicht antreten), will man die beiden auch bereits für die kommende Saison testen. So verfuhr man auch im Jahr 2004 mit Steve Carter, der heuer bereits ein Fixstern am Hohenemser Himmel ist.

„Wir wollen das Match einfach nutzen um einige Dinge auszuprobieren. Keath Bartynski ist gesperrt und Damian Bailey scheidet nach einem schweren Foul der Falcons aus. Daher habe ich mich dazu entschlossen die Vikings mit den zwei neuen Spielern ein wenig zu überraschen. Sollten sie sich bewähren, gehen wir in Gespräche mit ihnen für 2006.“, so Piringer gegenüber Football-Austria.com.

Wie auch bei den Vikings werden auch die Devils einige ihrer Stammspieler schonen. So wird z.B. Christian Steffani, der WR, CB und Returner spielt am kommenden Sonntag ganz sicher nicht das volle Pensum spielen. Sicher mit ein Grund für die kurzfristige Verpflichtung der beiden Amerikaner. (Pieh ist Dual Passport)

Dass es in diesem Match um nichts mehr gehen würde bestreitet Piringer vehement:
„Was heißt es geht um nichts mehr? Gegen die Vikings geht es immer um etwas. Es kann mir doch niemand erklären, dass die Wikinger das Match unter einem „Voll egal-Aspekt“ sehen, denn ganz sicher wollen sie dieses Jahr kein Match in der AFL verlieren. Nicht dass ich ankündige, dass wir sie schlagen werden, denn auch wir treffen personelle Vorsichtsmaßnahmen das bevorstehende Playoff betreffend, aber so ganz im Vorübergehen wird es auch gegen uns nicht gehen.“

Herr Piringer liebt den Überraschungseffekt. Auch dieses Mal konnte er es sich nicht verkneifen ein wenig mehr zu tun als man sich vorher erwartet hätte. Das Match in Hohenems könnte also trotz seiner augenscheinlichen Bedeutungslosigkeit eine ganz interessante Partie werden.

Mittwoch, Juni 22, 2005

Eurobowl 2005

Eurobowl XIXChiquita Eurobowl XIX
Chrysler Vikings vs. Bergamo Lions
09.07. 2005, kick off 14:30h, Sportklub Platz, Wien
TV-Zeiten:
09.07. 14:00 bis 18:00h LIVE auf TW1, ORF1 aktuell, 20 Uhr
10.07. 00:55h 105-minütige Zusammenfassung auf ORF
10.7. ORF1 Sportbild
22.7. (od. 29.8.) TW1, 105min Zusammenfassung



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Football-Austria.com verlost in Kooperation mit den Chrysler Vikings Karten für die Chiquita Eurobowl XIX.

Insgesamt 10 (5x2) Tickets für die Chiquita Eurobowl XIX gibt es für alle Abonnenten des Football-Austria.com Newsletter zu gewinnen. Ganz einfachen mitmachen: Newsletter bestellen (falls noch nicht abonniert), Gewinnfrage beantworten und mit etwas Glück 2 Karten für den Top Football Event 2005 am 9.Juli in Wien gewinnen.

Dienstag, Juni 21, 2005

Der Wurm war’s!

Vikings II unter Feuer im Verschubbahnhof

Martin Altbart
Bruins Präsident Martin Altbart fragt: Haben die Vikings eigentlich zwei Teams?
Foto: Walter H. Reiterer
Peter Hackl, CEO der St. Pölten Invaders gab Football-Austria.com ein Interview, in dem er seinen Unmut über die Verlegung des Division I Playoff Matches seines Teams gegen die Chrysler Vikings II kundtut. Zu Wort meldeten sich außerdem der Präsident der Chrysler Vikings, Karl Wurm, sowie Martin Altbart, Vorsitzender der Baden Bruins der sich in Vergangenheit bereits als Opfer der Terminpläne der Wikinger sieht. Daraus ergibt sich ein illustres Potpourri aus Meinungen jenseits und diesseits der zweiten österreichischen Liga, wo augenscheinlich die erste Liga (AFL) auf Irrwegen Einfluß auf die Terminplanung der ersten Division nimmt. Die Gespräche mit den drei Herren führte in den vergangenen beiden Tagen Walter H. Reiterer.

F.A.: Herr Hackl, warum ist man in St. Pölten derart erbost über diese Spielverschiebung?

Spielverschiebungen kann es nur geben wenn man wetterbedingt nicht spielen kann, oder sich beide Teams einig sind an einem anderen Termin zu spielen. Beides war hier nicht der Fall. Wir wollten so spielen, wie es am Spielplan steht. Die Vikings konnten nicht und haben schlußendlich im Vorstand des Verbandes ihren neuen Wunschtermin durchgeboxt.

F.A.: Wie ist das chronologisch abgelaufen aus ihrer Sicht?

Karl Wurm hat uns, und ich glaube auch allen anderen potentiellen Gegner im Halbfinale, Wochen vor diesem Match eine E-Mail geschrieben, wonach wir uns einen anderen Termin „aussuchen dürfen“. Drei standen da zur Auswahl, da er an dem vorgesehen Tag mit den Vikings II nicht spielen kann. Wir haben nicht darauf reagiert, weil auch wir nicht einfach E-Mails aussenden zu bereits fixierten Terminen, wo man den Gegner mitteilt er soll sich gefälligst für einen anderen Tag entscheiden. Wenn das so wäre, dann würden wir versuchen in direkten, sprich telefonischen Kontakt zu treten.
Als dann feststand, daß wir der Halbfinalgegner sein werden, wurde uns vom Commissioner Christian Steiner mitgeteilt, daß die Vikings dieses Spiel verschieben wollen und wir(!) mit ihnen deshalb in Kontakt treten sollen. Wir haben dann miteinander telefoniert. Karl Wurm hat uns wieder diese drei Termine angeboten, welche wir intern im Vereinsvorstand abgelehnt haben. Wir haben im Gegenzug dann einen alternativen Termin genannt, nämlich den Sonntag, der für uns auch passend war, aber an diesem Tag bekamen die Vikings laut Wurm den Platz auf der Schmelz nicht. Daraufhin haben wir gesagt wir spielen das Spiel eben in St. Pölten und teilen uns die Einnahmen, worauf sportliche Einwände kamen. Verlust des Heimvorteils, Invaders seien ein starkes Team, der Kunstrasen sei ein eindeutiger Vorteil für die Vikings etc. Karl Wurm wollte zu einem ganz bestimmten Tag, zu einer ganz bestimmten Uhrzeit und auf einen ganz bestimmten Platz spielen. Das wollten wir so nicht und sind uns so also schlicht nicht einig geworden mit den Wikingern. Wir haben uns schlußendlich auf den ursprünglichen Termin berufen.

F.A.com.: Der es aber nun doch nicht geworden ist…

Nein, leider. Eigentlich war die Sache für uns zu diesem Zeitpunkt bereits erledigt. Will ein Team verschieben und wird sich mit dem Gegner nicht einig, dann gilt der ursprünglich fixierte Termin. Karl Wurm hat uns zwar noch angekündigt er wird die Sache dem AFBÖ als letzte Entscheidungsinstanz übergeben, aber wir haben nicht damit gerechnet, daß dieser anders entscheiden wird. Auf was hinauf auch? Wir sind weiters davon ausgegangen das der Spielplan des Verbandes auch für den Vizemeister der AFL gültig ist. Da haben wir uns am Ende aber grob getäuscht.

F.A.: Wie kam es dann zu der Entscheidung?

Sie kam zuerst mal ohne Begründung und per SMS daher. Das Spiel 5220 ist auf den 25.06. verschoben. Ende der Durchsage. Wir haben dann natürlich nachgefragt warum und wieso das so sei und wollten das formal nach der WSO durchexerzieren. Wie geht das? Commissioner Christian Steiner, der zwischen den Fronten stand und sichtlich bemüht war uns hier auf einen Nenner zu bringen, hat uns an den Verbandspräsidenten Michael Eschlböck verwiesen. Der hat uns dann eine schriftliche Begründung versprochen, die aber nicht kommen wollte. Wir haben das aber nicht auf sich beruhen lassen und immer wieder telefonisch nachgefragt, bis uns der Verbandspräsident etwas erzürnt gefragt hat was ich eigentlich von ihm wollen? Wir hätten dieser Verschiebung doch bereits zugestimmt! Haben wir eben nicht und so mußte der AFBÖ am Ende eine schriftliche Begründung für die Verschiebung verfassen.

F.A.: Was steht in dieser?

Ein Leckerbissen. Zitat: „Seit vier Jahren spielen die Chrysler Vikings in der AFL und DivI - ohne jemals um irgendeine Spielverschiebung aus diesem Grund gebeten zu haben.“

Das heißt also: wenn du vier Jahre bei Grün über die Kreuzung gefahren bist, darfst du dafür einmal bei Rot fahren. Herrlich.

Als weitere Begründung wird auch das E-Mail von Karl Wurm an alle Vereine angeführt.
Offensichtlich sind wir bereits so weit, daß ein E-Mail eines Vereinspräsidenten an den Gegner einer halboffiziellen Verschiebung gleichkommt, die im nachhinein vom Verband sowieso offiziell gemacht wird, wenn man sich erlaubt darauf nicht zu antworten. Also was wollen wir eigentlich?
Eine Nichtantwort auf ein E-Mail heißt dann im AFBÖ Jargon es gab keine Einwände = Zustimmung = Vikings können sich aussuchen wann sie spielen können oder wollen.
Diese Schlußfolgerung finden wir ziemlich genial. Wir werden das in Zukunft auch so handhaben.

Ich sehe keine Veranlassung auf solche E-Mails zu reagieren. Das kann nicht der Kommunikationsweg sein, wenn ein Verein ein Spiel verschieben will, daß er einfach Ersatztermine per E-Mail übermittelt. Es gibt einen Spielplan. Sollte ein Team eine Verschiebung wünschen, dann kann man uns anrufen. Wir haben auf ein E-Mail von Karl Wurm nicht reagiert – deshalb ist es also gültig?! Die Personalsorgen der Vikings können ja nicht unser Problem sein! Ich verstehe die Motivation von Herrn Wurm, auch das er das beste für seinen Verein tun will ist völlig legitim, trotzdem sind es seine Sorgen und Probleme und nicht die unseren. Was nicht heißt, daß ich vor Karl Wurm nicht den allergrößten Respekt habe. Was er für den Football in Österreich getan hat ist unbestritten. Trotzdem hat er deshalb nicht alle Rechte, oder?

F.A.: Bei der letzten Ligasitzung (Herbst 04) haben die Vikings aber angemerkt, daß sie am selben Wochenende nicht mit dem AFL-Team und den Vikings II spielen können, wenn ein Match in Innsbruck oder Hohenems stattfindet. Das haben u. A. auch die Invaders zur Kenntnis genommen.

Ja, gleichzeitig haben die Vikings aber mit einen Spielplan abgesegnet, der genau solche Terminkollisionen bereits vorsieht. Müssen jetzt alle anderen darauf warten ob es dann eh geht oder vielleicht doch nicht? Das kann es ja nicht sein. Wenn ich Verletzte habe, mein Trainer den Flieger verpaßt hat, ich zu wenige Spieler habe um spielfähig zu sein an einem gewissen Tag, dann habe ich halt Pech gehabt. Es würde uns der AFBÖ niemals gestatten ein Spiel zu verschieben, nur weil wir nicht vollzählig sind. Also er würde das schon tun – eben mit einer Strafverifizierung zu unseren Ungunsten.

F.A.: Sie meinen also gleiches Recht für alle?

Natürlich! Gleiches Recht für alle spielt es zur Zeit nicht. Karl Wurm hat auch keine Hemmungen gehabt uns für unsere wetterbedingte Verschiebung finanziell zu belangen. Ich hab Herrn Wurm damals Freitag Nachmittag angerufen, daß wir unser reguläres Saisonspiel gegen die Vikings II unbedingt spielen wollen, aber nicht wissen ob uns der Besitzer des Platzes spielen lassen wird. Wir sind dort nur Pächter. Wir sind dann so verblieben, daß ich ihn bis Samstag um 9 Uhr anrufe und ihm mitteile, ob gespielt werden kann oder nicht. Das war in Ordnung für ihn. Wir haben dann Samstag morgen die Absage von der Stadt St. Pölten bekommen. Christian Steiner hat 5 vor 9 Karl Wurm über die Absage informiert und das Spiel war abgesagt.

Eine Woche später schickt uns Karl Wurm eine Rechnung, weil wir das Spiel nicht WSO konform 24 Stunden vorher abgesagt haben und Unkosten entstanden sind für die wir aufkommen müssen. Wir haben das als Verein akzeptiert. Ich fand es zwar komisch und war etwas überrascht, da wir vorher noch darüber telefoniert haben, aber gut - soll sein. Dafür haben wir freundlicher Weise 20 Freikarten für ein Heimspiel der Vikings bekommen. Ist in Ordnung.

Nur: drei Monate später spielt genau diese WSO plötzlich keine Rolle mehr, weil Herr Wurm es so organisieren kann, daß er nur mit seinem Einfluß im Verband verschieben kann? Das verstehen wir nicht, das wollen wir nicht und dagegen werden wir uns auch in Zukunft wehren.

F.A.: Wie gehen Sie weiter vor?

Gar nicht. Wir beugen uns dieser Entscheidung und spielen am 25.6. unser Halbfinale wie befohlen. Der Verband wird sich generell überlegen müssen ob er sich demokratisch oder diktatorisch organisieren will. Beides hat seine Vor- und Nachteile. Momentan ist es grad nichts von beiden. Wenn man uns als Stimmvieh braucht und es opportun ist sollen wir mitbestimmen. Wenn aber wir etwas wollen, was eigentlich legitim ist, aber der „Wichtigere“ das nicht so haben will, werden wir auf die Seite gestellt. Wir sind aber auch allesamt selbst mit schuld, da wir bei generell mal zugelassen haben, daß Vereine unterschiedlicher Spielklassen unterschiedliche Stimmenanzahl haben. Das war ein Fehler - auch der unsere. Uns geht es gar nicht so sehr um den Spieltermin, sondern um die Art wie er zustanden gekommen ist. Es geht also ums Prinzip. Wir wollen das der Wille Karl Wurms in Zukunft nicht mehr das Maß aller Dinge ist und wir wollen das die Probleme der Vikings alleine ihre bleiben und nicht zu unseren gemacht werden.

Football-Austria.com hat Präsident Karl Wurm mit Hackls Aussagen konfrontiert und die folgende Antwort erhalten:

„Das ist eine unangenehme Situation – auch für uns. Ich verstehe den Ärger und den Zorn der Invaders über die Spielverschiebung. Dazu gibt es aber noch folgendes zu sagen: die Vikings schlucken seit Jahren jeden Termin der auf uns zukommt. Verschobene genau so wie kollidierende die sich nicht verhindern lassen. Wir spielen in 8 Spielklassen. Ladies, Minis, Schüler, Jugend, Junioren, Div I, AFL und EFL. Wir haben vier Jahre lang kein einziges Spiel aus solchen Gründen verschoben und den Verband dieses Mal ausnahmsweise gebeten darüber abzustimmen. Ganz wichtig: ich bin dabei Partei, also wäre stimmberechtigt gewesen, habe mich aber selbst dieser Stimme enthoben. Ich hab hier also nicht mit gestimmt. Ich bitte das auch zur Kenntnis zu nehmen. Der Verband ist unserer Bitte nachgekommen, da er wohl sieht welchen Terminplan wir haben und auch die Ressourcen der Vikings irgendwo ein Ende haben. Was wollten die Invaders damit bezwecken? Das Spiel am grünen Tisch gewinnen? Das kann es ja nicht sein und ein wenig muß man auch uns verstehen. An einem Tag wo unsere Coaches noch in Innsbruck sind (Anm.: Chris Calacay und Shawn Olson, die beiden Coaches der Vik II sind auch bei den Vik I im Einsatz) und viele Spieler der Mannschaft fehlen würden, sollen wir gleichzeitig das EFL Halbfinale und das Division I Halbfinale spielen? Wir haben bei der Ligasitzung gesagt: das können wir nicht machen. Daher hat uns der Verband auch diesen Termin zugesprochen. Bei der nächsten Ligasitzung werden wir darauf bestehen, daß diese Halbfinale alle an verschiedenen Wochenenden ausgetragen werden, damit so etwas nicht mehr passieren kann. Es tut mir für die Invaders persönlich leid, aber es ging bei uns nicht anders.“

Zu dem Gerücht, die Vikings wollten das AFL Spiel in Hohenems absagen, weil man ja dadurch auch wieder in terminliche Schwierigkeiten kommt, sagt Wurm:

„Football-Austria.com wird ja auf der Schmelz sein und daher auch unser Zeuge. Wir spielen das Division I Halbfinale gegen die Invaders. Danach gehen sich die Burschen duschen und fahren am Abend gemeinsam mit den Coaches mit dem Bus nach Hohenems nach um am nächsten Tag dieses bedeutungslose Spiel zu spielen. Natürlich hätten wir uns gerne mit den Vorarlbergern darauf geeinigt dieses Match gar nicht mehr auszutragen. Es ist bereits alles entschieden – es geht um nichts mehr. Die Devils wollen ihre letztes Heimmatch aber austragen, was ich auch gut verstehen kann, daher fahren wir in voller Besetzung zu ihnen. Wir wollten nichts absagen. Wir wollten nur fragen ob es wirklich notwendig ist. Hätten die Devils sich übrigens an den ursprünglichen Termin gehalten, wäre das ein Spitzenspiel geworden. So ist es nur ein irrelevantes Nachtragsmacht.“

Zwischenzeitlich meldete sich Martin Altbart, Präsident der Baden Bruins bei uns zu Wort und widersprach der „4 Jahre kein Spiel verschoben“ These:

„Das stimmt nur teilweise, denn im Vorjahr wurde das Match Cowboys vs Vikings zwar von den Klagenfurtern abgesagt und strafverifiziert, wo wir am selben Tag unser Spiel gegen die Vikings II hatten. Im Gespräch mit Cowboys Präsidenten Kalt – mich hat das einfach interessiert warum sie nicht antreten - ergab sich dann aber doch ein anderes Bild. Die Cowboys wurden von den Vikings „überredet“ nicht anzutreten, da die Kärntner enorme personelle Schwierigkeiten hatten und Wurm die Frage nach dem Sinn dahinter stellte. Kalt willigte schließlich ein, da er sich vom prophezeiten Verletzungsrisiko seiner Spieler überzeugen ließ und die Strafversetzung sowieso schon beschlossene Sache war, da sie bereits zuvor ein Spiel abgesagt hatten. An dem Tag wären sie aber spielfähig gewesen, sind aber nicht angetreten. Warum? Damit die Vikings II spielfähig sind! Heuer ergibt sich genau das gleiche Bild unter anderen Vorzeichen. Wir hatten damals das Heimrecht und hätten einer Verlegung nie und nimmer zugestimmt. Was gehen allen anderen Teams in der ersten Division die personellen Probleme der Vikings in der AFL/DivI an? Ich sag nur so viel: mit den Invaders können sie das machen. Wir würden diesen Spieltermin einklagen und zu dem vom Verband bestimmten Termin nicht antreten. Die Begründung, daß sie ja eh vier Jahre kein Spiel verschoben hätten ist doch bitte lachhaft und kein haltbares Argument. Die Invaders würden vor jedem Schiedsgericht der Welt mit ihrer Auffassung recht bekommen. Wir kämpfen gegen die Steelsharks, Invaders und Bulls am Feld, aber in dieser Angelegenheit werden wir uns kommendes Jahr gemeinsam etwas einfallen lassen um den Vikings auch die Grenzen ihre Macht aufzuzeigen. Nichts gegen den sportlichen Erfolg der Wikinger, aber das wir alle nach der Pfeife tanzen müssen geht nicht. Die Division I ist eine eigene Liga und kann sich nicht nach den Bedürfnissen eines AFL Teams richten – nichts anderes sind die Vikings.“

Karl Wurm kontert:

„Mein lieber Freund Martin Altbart, den ich wirklich sehr schätze hat hier eine Verschwörungstheorie entworfen. Die Cowboys haben dieses Spiel voriges Jahr abgesagt, weil sie einfach nicht spielfähig waren. Nicht mehr und nicht weniger. Als die Vikings II damals in die Division I kamen waren alle furchtbar glücklich, weil noch ein starkes Team in der Spielklasse mitmacht. Jetzt haben wir die Silverbowl gewonnen, es sind mehrere Teams dazugekommen und plötzlich will man uns dort nicht mehr haben. Ich nehme das zur Kenntnis, wehre mich aber dagegen.“

Obwohl es eigentlich seine Aufgabe ist Antworten zu geben, hat uns Martin Altbart eine interessante Frage gestellt:

„Hat sich Football-Austria.com jemals gefragt ob die Vikings tatsächlich ein Team I und ein Team II haben, oder ist es nicht so, daß es eigentlich nur ein Team ist, welches - je nach Liga - ein wenig ab- oder aufgerüstet wird?“

In der Tat sind Vikings I und Vikings II gleichzeitig nicht spielfähig. Das hat uns auch Karl Wurm bestätigt. Schon alleine die Coaching Situation würde das unmöglich machen. Das sie das sein müssen, steht allerdings auf keinem offiziellen Papier.

Fazit: Scheinbar leidet die Division I unter dem dichten Terminkalender der Wikinger und muß sich manchmal nach deren Decke strecken. Karl Wurm, Peter Hackl und Martin Altbart sind weder schlechte Charaktere, noch verfeindet – ganz im Gegenteil, aber sie verfolgen grundsätzlich unterschiedliche Ziele. Es ist notwendig, daß man 2006 zu einer Regelung gelangt, welche nicht die Teams zuerst im Auge hat, sondern die Ligen. Hier eine rhetorische Frage dazu: sind die Spielklassen unter der AFL eigenständige Ligen, welche sich ohne auf die AFL Rücksicht nehmen zu müssen selbstständig entwickeln können, oder sind es nur Trainingstätten von AFL Teams, wo halt zufällig mehrheitlich nicht AFL Teams mitspielen?

Egal wie viele Spielklassen es gibt, sollten diese eigentlich von einander unabhängig agieren können was Spieltermine betrifft. Jedes Dual-Team, also Vereine die in mehreren Ligen antreten, müßten in der Lage sein, zum selben Tag und zur selben Zeit mit zwei verschiedenen Teams anzutreten. Ansonsten macht das weder Sinn noch hat es Zukunft, denn solche Terminverschiebungen würden dann immer wieder passieren. Treffen die Vikings dann nicht auf biegsame Invaders, sondern pickelharte Bruins, dann endet die Sache vor einem Gericht. Egal wie gut Freund man ist. Man muß keiner großer Prophet sein um vorherzusagen, daß in so einem Fall die Argumentation des Verbandes nur schwer zu halten sein würde.

Die Begründungen zur Spielverschiebung des AFBÖ im Wortlaut:

Meisterschaftsspiel
Division I
Playoff
Spiel nr. 5220

Chrysler Vikings vs. St. Pölten Invaders

Samstag, 25.06.2005
Kickoff 13.00 Uhr
Wien, ASKÖ-Wien, Footballzentrum Schmelz


* Seit vier Jahren spielen die Chrysler Vikings in der AFL und DivI
- ohne jemals um irgendeine Spielverschiebung aus diesem Grund
gebeten zu haben.

* Bei der Ligasitzung im Herbst 2004 wurde von den Chrysler Vikings
darauf hingewiesen, daß sie nicht am selben Wochenende mit dem
AFL-Team in Innsbruck oder Hohenems spielen können und
gleichzeitig mit dem Team II. Dies wurde von allen Teams ohne
Einwand zur Kenntnis genommen.

* Bereits zwei Wochen vor der letzten Runde haben die Chrysler
Vikings alle möglichen Play Off Gegner darauf hingewiesen, dass
durch den späten Kick Off Termin des EFL Semifinales in Innsbruck
(18. Juni 2005 um 19:30 Uhr) es den Chrysler Vikings nicht möglich
sein wird am vorgesehenen Wochenende zu spielen. Es wurden von den
Chrysler Vikings drei Ausweichtermine vorgeschlagen. Zum Zeitpunkt
der Information durch die Chrysler Vikings gab es von keinem
möglichen Play Off Gegner Einwände.

* Der spätere Vorschlag der St. Pölten Invaders am Sonntag 19. Juni
mit Kick Off Zeit 15:00 Uhr in St. Pölten zu spielen wurde von den
Chrysler Vikings unter Hinweis auf das Abendspiel am Vortag in
Innsbruck abgelehnt.

Nachdem es zwischen beiden Teams zu keiner Einigung bezüglich
eines Ersatz Termins gekommen ist, hatte der Vorstand zu
entscheiden.
Der Termin wurde vom Vorstand der Samstag 25. Juni als offenbar
für beide Teams annehmbarstes Datum festgelegt.
Einwände es gäbe dann nur noch eine Vorbereitungszeit von einer
Woche für den Finalteilnehmer finden keine Berücksichtigung, da in
Vergangenheit und Gegenwart in den verschiedenen Spielklassen es
immer wieder zu dieser Konstellation gekommen ist und kommt.

Opfer oder Täter?

Devils RB Back Keath Bartynski für ein Spiel unbedingt gesperrt!
Vikings wollten angeblich ihr letztes Spiel absagen!
Invaders auf der Palme!


Karl Wurm
Würden Sie diesem Mann einen Gebrauchtwagen abkaufen?
Wir eigentlich schon! Vikings Präsident Karl Wurm vorm Einzug seines Teams in das Eurobowl Finale. Angeblich wollte er ein Match absagen.
Foto: Walter H. Reiterer
Der Strafsenat des Verbandes hat den US-Amerikaner für sein Vergehen im Match gegen die Carinthian Falcons für ein Ligaspiel gesperrt. Damit fehlt Bartynski den Hohenemsern beim Match gegen die Chrysler Vikings am kommenden Sonntag in Vorarlberg. Über das Vergehen Bartynskis gibt es unterschiedliche Aussagen. Weder das Video (auf dem das Foul angeblich zu sehen ist), noch der Strafsenatsbeschluß wurde bisher veröffentlicht. Vermutlich wird man sich davor auch hüten, da es nach Augenzeugenberichten in dieser Partie bereits zuvor von beiden Seiten ziemlich zur Sache gegangen sein soll. Bartynski selbst wird von den Hohenemser als helfendes Opfer stilisiert, die Falcons beschreiben ihn als bösen Buben. Wesentlich gelassener AFBÖ Commissioner Christian Steiner in der Vorwoche dazu: „Dead Ball Foul/ Late Hit. Der Spieler Bartynski ist nach einem Spielzug (Anm.: er hatte sich in dem Spiel verletzt und stand ohne Ausrüstung in der Team Area) aufs Feld gelaufen und hat einen Spieler der Falcons weggestoßen. Entscheidung fällt nächste Woche.“ Diese ist nun gefallen und tut vermutlich niemanden weh.

Jedoch machte beim EFL Halbfinale Raiders vs Vikings von mehren Seiten ein Gerücht die Runde, daß die Vikings angefragt hätten, ob man das Spiel in Hohenems nicht absagen könnte. Vikings Präsident Karl Wurm, von Football-Austria.com dazu befragt, konnte darüber nur lachen, wollte aber weiters dazu nichts sagen. Blue Devils Präsident Christoph Piringer gab sich da etwas auskunftsfreudiger und bestätigte uns, daß die Vikings seines Wissens nach zumindest vor hatten („haben es probiert“) dieses Spiel abzusagen.

Schwer zu glauben, daß der Eurobowl Champion von 2004 solche Pläne gehegt hat. Fakt ist jedenfalls, daß die Vikings II gegen den Willen ihres Gegners, den St. Pölten Invaders, das Halbfinale mit Hilfe des Verbandes um eine Woche nach hinten verschoben haben. Grund war das EFL Halbfinale an diesem Wochenende. Nun steht dieses Match am kommenden Samstag am Programm, Sonntag muß das Team nach Hohenems. Eigentlich auch nicht viel besser für die Wiener, insofern die Konspirationen eigentlich Unsinn sind. Die Invaders zeigten sich von der Verschiebung über ihre Köpfe hinweg erbost und haben sich bis heute nicht recht beruhigt. In St. Pölten spricht man offen von einer „violetten Liga“, wo das Team der Wikinger Termine einfach bestimmen kann und die Stimmen anderer Teams im Verband nichts zählen würden.

Würde das Match in Hohenems tatsächlich abgesagt werden, müßten die Vikings mit einer Geldstrafe rechnen, aber viel „lustiger“: Keath Bartynski wäre in diesem Fall für das Playoff gegen die Raiders gesperrt! Daher scheint klar zu sein, daß dieses Spiel, obwohl es keinerlei Aussage mehr für den Tabellenstand hat, stattfinden wird, denn mit diesem Ruhmesblatt wird man sich in Wien ganz sicher nicht schmücken wollen. Wobei die Frage nach dem Wahrheitsgehalt, nämlich dessen daß die Vikings dieses Match tatsächlich absagen wollten, für uns offen bleibt. Damit tun wir uns sehr schwer, nicht nur weil wir die Methoden der Vikings kennen, sondern auch die ihrer Gegner. Gegen Ende der Saison brennen diese Lichter halt ein wenig heller. Sehen wir es als Entertainment, aber erkennen wir auch das ernste Anliegen darin.

Die letzte Partie der regulären Saison steht aber trotzdem unter einem denkbar schlechten Stern. Den Vorarlbergern wird ihre schärfste Waffe fehlen und es geht um nichts mehr, außer darum nach Möglichkeit verletzungsfrei in die Playoffs zu kommen. Insofern werden auch die Vikings im absoluten personellen Schongang diese Partie bestreiten. Das Halbfinale der Division I wird vermutlich eine Schlammschlacht sondergleichen. Die Invaders haben „Enthüllungen“ angekündigt und zeigen sich auch gewillt die Vikings II zu ihrem „Wünsch dir was“ Termin zu besiegen. Das kann ja heiter werden. Football-Austria.com bleibt für Sie am Ball.

Montag, Juni 20, 2005

Bulls in der Silverbowl

Division I Playoff

Salzburg Bulls Steelsharks Traun Lukas Miribung
Foto: nightshoots.com
Salzburg Bulls vs Baden Bruins 19:0
(13-0 / 6-0 / 0-0 / 0-0)
18.06.2005, Kickoff: 18.00h, Gnigl ASKÖ, Salzburg
Referees: Albrecht / Koller F. / Koller E. / Müllner / Obdrzalek

Teamnews: Salzburg Bulls

Fotos auf nightshoot.com:
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