Mittwoch, März 09, 2005

Doping und American Football


In der NFL seit Jahrzehnten ein Dauerthema, ist es in der AFL so gut wie keines. Oder vielleicht doch?


Foto: DAK/Wigger
Man vernimmt manchmal Stimmen aus dem Off, schnell finden sich auch namenlose Zeigefinger auf einen Spieler gerichtet mit etwas mehr Muskelmasse an den Knochen (als man selbst). Ob aber hier eben nicht mehr der Neid Vater des Gedankens ist, als tatsächliches Doping dahinter steckt, bleibt angesichts keines einzig positiven Tests in der Saison 2004 zumindest offen. Jedenfalls ist nichts so schnell ruiniert wie der Ruf und selbsternannte Richter wissen oft gar nicht wovon sie reden, wenn sie über Doping reden. Die Meinungen wie, wer, wann, wo, von wem und warum auf Doping kontrolliert wird, sind ungefähr so vielfältig wie die Liste der verbotenen Substanzen selbst. Ein wenig Klarheit tut also Not.

Football-Austria.com wollte es genau wissen und sprach mit Christian Steiner, seines Zeichens Commissioner und Anti-Doping Beauftragter des AFBÖ.

F.A.: Wie ist das Anti-Doping-Comité strukturiert und welche Aufgabe fallen ihnen als Anti-Dopingbeauftragten zu?

Christian Steiner: Es gibt in jedem Land, welches Mitglied des olympischen Komitees ist, ein Anti-Doping-Comité. Die einzelnen Sportverbände stellen Anti-Doping Beauftragte. Meine Aufgabe ist die Vereine zu unterstützen. Mit Aufklärung in Form von Schulungen und der Informationsweitergabe. Alles was mit Anti-Doping im American Football in Österreich zu tun hat, fällt also in meinen Bereich.

F.A.: Gibt es lokale Anti-Doping-Comités?

Nein, das Anti-Doping-Comité Österreich ist bundesweit zuständig.

F.A.: Gibt es international gesehen Unterschiede bei der Liste der verbotenen Substanzen? Kann es z.B. sein, daß ein Mittel in einem Land legal und in einem anderen verboten ist?

Es gibt grundsätzlich keine Unterschiede, da sich alle teilnehmenden Länder dem WADA (World Anti-Doping Agency) Anti-Doping Code unterworfen haben. Es gibt eine für alle Länder und Sportarten geltende Verbotsliste. Dort sind keine Medikamente aufgelistet, sondern Inhaltsstoffe und Nachweisgrenzen. Wenn sich allerdings die Inhaltsstoffe eines Medikaments ändern, kann es durchaus sein, daß dieses in verschiedenen Ländern unterschiedlich bewertet wird, weil es dann einfach nicht mehr das gleiche Produkt ist, auch wenn es gleich heißt. Es kommt wie gesagt auf die Inhaltsstoffe an und nicht auf die Produktbezeichnung des einzelnen Medikaments.

F.A.: Über welche Erfahrungswerte verfügt das Anti-Doping-Comité Österreich American Football betreffend?

Es ist um einiges besser geworden in den letzten Jahren, da einfach die Aufklärungsarbeit Früchte trägt. Die Coaches und Verantwortlichen sind was Doping betrifft heute weitaus besser ausgebildet, als noch vor einigen Jahren. Auch die verstärkten Kontrollen haben ihres dazu beigetragen, sodaß die Entwicklung im Bereich American Football im Gesamten sehr erfreulich ist. Es wurde voriges Jahr kein einziger Spieler positiv getestet.

F.A.: Wie viele Spieler werden in welchem Zeitraum getestet?

Es gibt rund 500 – 700 Tests pro Jahr in Österreich.

F.A.: Im Falle eines positiven Tests: welche Strafen gibt es und wer wird bestraft?

Grundsätzlich der Athlet, aber es können auch Coaches, Betreuer und Teamärzte zur Verantwortung gezogen werden. Erste Sperre für 2 Jahre, im Wiederholungsfall droht eine lebenslange Sperre. Das ist internationaler Standard.

F.A.: Bei wem liegt die Entscheidungskompetenz wer kontrolliert wird?

Das entscheidet das österreichische Anti-Doping-Comité, bzw. der verantwortliche Anti-Doping Arzt vor Ort auf Basis eines Losentscheids. Die zu testenden Spieler werden sozusagen gelost. Bei Trainingskontrollen und Heimkontrollen wird vom Comité oder vom zuständigen Arzt ein Spieler aus einer Spielerliste ausgewählt.

Kann es einem Spieler passieren mutwillig dauernd kontrolliert zu werden?

Absolut nicht.

F.A.: Zurufe bzw. Wunschkontrollen von Dritten steht man beim Comité wie gegenüber?

Nur der Verband selbst kann um eine Dopingkontrolle eines Spielers ersuchen. Sonst niemand. Wir behandeln alle Spieler gleich. So besteht auch für alle die gleich hohe Wahrscheinlichkeit kontrolliert zu werden.

F.A.: Ihre Wünsche für die Zukunft?

Wünschenswert wäre eine durchgängige Kontrolle aller Spieler. Das ist aber finanziell nicht machbar. Vom Comité angeordnete Kontrollen werden großteils aus Bundes- bzw. Landesmitteln finanziert. Das Budget ist beschränkt. Ordnet der Verband eine Kontrolle an, so zahlt sie auch der Verband. Will ein Verein seine Spieler präventiv durchchecken lassen, so muß der Verein das zahlen. Das ist unfinanzierbar. Leider.

Mein Angebot an alle Athleten, Trainer und Verantwortliche: Ich bin jederzeit bereit direkt bei den Vereinen (nach Terminvereinbarung) Vorträge & Podiumsdiskussionen zum Thema Doping zu halten. Sollte sich ein Verein, Spieler oder Coach unsicher sein, ob ein neues Mittel auf Grund seiner Inhaltsstoffe auf der Verbotsliste steht oder nicht, bitten wir diesen uns unbedingt anzurufen. Doping ist ein kompliziertes Metier. Es gibt immer wieder neue Präparate. Die Verbotsliste kann man zwar zur Verfügung stellen, aber diese kann nicht den Anspruch erheben jederzeit aktuell zu sein.

F.A.: Danke für das Gespräch.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Kann man bitte den neuen RB der Devils sich einmal genauer anschauen. Ich trainiere selber seit 3 Jahren regelmäßig 3-5 mal die Woche aber jemand der 180cm groß ist und etwas über 100kg wiegt(und damit meine ich fast fettfrei) ist meiner Meinung nicht clean.

Anonym hat gesagt…

du hast den artikel entweder nicht gelesen oder nicht verstanden. eher zweiteres denn deine bitte lässt darauf rückschliessen dass du nicht ganz clean bist. und zwar zwischen augen und scheitel.

Anonym hat gesagt…

Du bist ja ein ganz schlauer. Warum pinkelst du mir ans Bein?

F.A.: Zurufe bzw. Wunschkontrollen von Dritten steht man beim Comité wie gegenüber?

Nur der Verband selbst kann um eine Dopingkontrolle eines Spielers ersuchen. Sonst niemand. Wir behandeln alle Spieler gleich. So besteht auch für alle die gleich hohe Wahrscheinlichkeit kontrolliert zu werden.

Wäre toll wenn jemand vom Verband auf die Idee kommen würde den RB der Devils zu kontrollieren. Nicht das ich Angst hätte vor solchen Anabolika Ferdln aber es sollte doch Chancengleichheit herschen.

Anonym hat gesagt…

Ihr seids alle so deppert !
Wenn man den ganzen Tag NUR trainiert dann kann man auch aussehen wie der RB der Devils.

Und ich glaub hier wird nicht "ans Bein gepinkelt" sondern eher in die Hose

Meine persönliche Meinung.

Ausserdem, warum wollten den z.B. die Vikings undbedingt den selben RB haben ?