Montag, Dezember 05, 2005

Harald braucht Hilfe

Ein junger Footballfan hat Krebs

Harry
Harry und "seine" Vikings Saisonkarten.
Damals ging es ihm noch gut.
Foto: Walter H. Reiterer
Wir haben uns das lange gemeinsam überlegt ob wir eine fast gänzlich private Geschichte hier hineintragen sollen, uns aber nun dazu entschlossen es zu tun, da wir die Reichweite dieses Mediums, für dessen Erfolg auch die Mutter des Kindes um das es hier geht Pate stand, einfach nutzen möchten um auf eine nicht ganz einfache Situation aufmerksam zu machen, welche nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch die Netzzeitschrift Football-Austria.com täglich beeinflusst. Einige wenige haben es ja mitbekommen, jedoch die meisten Leser werden davon nichts wissen. Der Sohn meiner Freundin und Mitstreiterin ist im Herbst schwer erkrankt und wir möchten Sie auf diesem Weg um ihre Mithilfe bitten, aber vor allem einen Einblick hinter die Kulissen dieses Mediums werfen lassen, wo es zuletzt alles andere als selbstverständlich war, dass die Plattform in Inhalt, Form und Aktualität weiterexistiert, denn eigentlich ging es um etwas ganz anderes in den vergangenen Wochen, als um das was man nach Außen hin wahrnehmen konnte. Eine Erklärung.

Eventuell sind sie dem einen oder anderen aufgefallen. Hie- und da hatte ich bei Matches jugendliche Begleiter im Schlepptau. Harald (11) und Michael (13), die beiden Söhne meiner Freundin, die hier unter dem Kürzel J. Koglbauer firmt und dann meistens zu Hause war um den Ergebnisdienst ins Netz zu stellen.

Mitte Oktober passierte dann etwas sehr Einschneidendes in unserem Leben. Ich benötigte ein ärztliches Attest für den Lehrwartkurs Football in Linz. Die gute Nachricht: mir wurde nach einer verkabelten Untersuchung vom Hausarzt die Konstitution eines 20 jährigen bescheinigt, sonst gab es aber leider nur Hiobsbotschaften. Mit dabei war nämlich Harald, der tagelang schon blass und müde durchs Leben lief. Nach einer ersten Blutuntersuchung wurde er ins Krankenhaus Wiener Neustadt verfrachtet, von dort direkt ins St. Anna Kinderspital, wo dann auch die niederschmetternde Diagnose Krebs gestellt wurde. Genauer: akute lymphoblastische Leukämie (ALL), umgangssprachlich auch Blutkrebs genannt.

Seither ist einiges passiert.
Untersuchungen, Spitalsaufenthalt, Chemotherapien, Cortison in Krankenhausmengen, jede Menge Veränderungen im persönlichen Umfeld. Der Bub wird logischer Weise zum Mittelpunkt des Lebens. Wer so etwas schon mal selbst durchgemacht hat, wird wissen was das heißt. Die sofortige Behandlung schlug gut bei ihm an, so ging es dem Jungen auch rasch besser und nach der ersten Chemotherapie waren auch keine Krebszellen mehr nachweisbar. Allerdings hat die Chemie auch seine Spuren hinterlassen. Die Haare verabschieden sich, innere Organe melden sich mit leidend „zu Wort“ und es folgen leider noch jede Menge chemische Tortouren. Im günstigsten Fall wird er Ende April 2006 wieder zur Schule gehen können.

Unsere größte Sorge gilt also dem Kind und seiner Wiedergenesung. Hier ist die ärztliche Prognose eine relativ gute. Die Chancen, dass der junge Mann innerhalb des ersten Behandlungsplans wieder ganz gesund wird, sind nicht nur intakt, sondern sehr hoch. Das beruhigt doch ein wenig. Die zweite Sorge, die uns eigentlich erst danach so richtig klar wurde ist, wie wir das alles unter einen Hut bekommen, bzw. was davon nicht mehr. Dazu ein paar Worte zu unserer persönlichen Situation.

Die Mutter ist Leiterin eines Kindergartens und kann ihrer Arbeit zurzeit nicht nachgehen. Im Januar läuft diese „Schonfrist“ dann ganz aus, danach wird sie entweder in Pflegekarenz gehen, was natürlich mit enormen finanziellen Einschnitten verbunden ist, oder/und wir werden gemeinsam Pflegepersonal engagieren müssen. Ich selbst bin auf dem Weg mich selbstständig zu machen (man muss kein Geheimnis daraus machen), pendle zwischen Ausbildungsterminen, meinem Schreibtisch in Wien und dem Burgenland hin- und her und renne mittlerweile auch schon „auf Sparflamme“ bzw. auf dem Zahnfleisch daher. Noch weit mehr die Mutter des Kindes. Auch das werden nur Menschen die das schon mal erlebt haben wissen, andere nur erahnen können. Wenn man viel Geld ausgeben will, kann man entweder ins Casino gehen, auf Weltreise oder man legt sich eine „aufwendige“ Krankheit zu. Die Kosten für Rezepte, Fahrten und spezielle Nahrungsmittel samt deren Ergänzungen und Extrawürsteln sind nach den ersten Wochen explodiert. Zwar gibt es soziale Töpfe die man ein wenig anzapfen kann, aber die machen das Kraut nicht fett. Ich spreche bei Gott die Wahrheit wenn ich sage: es geht für uns in den kommenden Wochen ans Eingemachte. Wir können uns nicht als das Armenhaus Österreichs stilisieren, sind allerdings auch weit vom Reichtum entfernt, aber das Kommende bereitet uns tatsächlich heftiges Kopfweh. Hilfe und Unterstützung gibt es von vielen Seiten. Der Vater der beiden Kinder steht Gewehr bei Fuß, so weit es sein Job und sein Familienleben relativ weit weg vom Geschehen erlauben. Verwandte, Freunde und Nachbarn helfen aus wo geht. Strebt man aber eine langfristige und verbindliche Lösung an, ist man aber logischer- und richtiger Weise auf sich selbst gestellt.

Daher möchte ich Sie um folgendes bitten: Falls sie in Erwägung gezogen haben zu Weihnachten Geld für einen guten Zweck zu spenden, dann spenden sie es dem Patienten Harry, bzw. seiner Mama. Unter www.leithawellen.at finden Sie nicht nur einen weiteren Artikel dazu, sondern auch sein Gästebuch und das Spendenkonto. Sie helfen damit nicht nur einem krebskranken Jungen, sondern auch Football-Austria.com, weil unser Schicksal untrennbar mit dem seinen verbunden ist.

Noch ein paar Worte über den Burschen. Harry ist Fußball- und Footballfan, zum Glück für die Sache jetzt von Grund auf sehr athletisch und gut in Form, bisweilen auch ein braver Schüler, was mich immer wieder wundert, denn er verbringt etwas zu viel Zeit vor seiner Playstation für meinen Geschmack. Er hat jedoch, wie jeder andere Mensch, auch Fehler. Für ihn gibt es keinen anderen Footballverein als die Vikings (tagelanges Geheule als sie 2003 die Eurobowl verloren haben), nervt fortwährend mit seinen „Shawn Olson ist…, Lance Gustfason ist…“ Expertisen und - weit schlimmer noch: er findet Oliver Kahn voll gut! Das sollte Sie nicht davon abhalten zu spenden, denn vielleicht bessert er sich ja im Alter? :-)

Wir hoffen Sie nicht allzu sehr mit unserer gar tränenreichen, aber leider nicht allzu seltenen Geschichte belästigt zu haben (wir sehen ähnliche Schicksale täglich im Krankenhaus) und sind Ihnen überhaupt nicht böse, wenn Sie nichts spenden wollen, was bessere wissen oder das gar nicht können. Wir versuchen es halt nur auch über diesen Weg. Eines erhoffen und erwarten wir uns davon auf jeden Fall, nämlich dass man bis ins Frühjahr 2006 Nachsicht walten lässt, wenn Dinge nicht ad hoc passieren, auf Mails nicht postwendend reagiert wird oder einer von uns einfach nur mies drauf ist. Denn das ist mir zumindest zuletzt sehr oft passiert. Jetzt gibt es dazu vielleicht auch eine Erklärung für alle. Helfen Sie uns aber bitte, wenn es geht. Der gute Zweck ist damit garantiert.

Bericht über Harry auf leithawellen.at
Harrys Gästebuch

Harrys Spendenkonto:
Kontonummer: 96-05.134.002
Bankleitzahl: 32000
Kontowortlaut: Spendenkonto Harry Koglbauer

Hinweis: Wenn Sie mit Kreditkarte spenden wollen (paypal), dann können Sie das über den Spenden Button von Football-Austria.com tun. Bitte senden Sie uns in diesem Fall eine kurze Benachrichtigung per E-Mail an office@football-austria.com, damit wir die Spende zuordnen können.

Danke

Harry, Michael, Jeannette und Walter

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

hallo harry!
wünsche dir und deiner familie viel kraft und energie damit ihr diese situation meistert!
herzliche grüße
una

Anonym hat gesagt…

es ist mir eine ehre euch etwas zu spenden. ich hoffe football österreich zeigt, dass es zusammen hält.
alles erdenklich gute!!!

Petra hat gesagt…

Alles Gute Harry

Anonym hat gesagt…

freunde, davon kann er sich nix kaufen!! spenden burschen, gebts gas. es ist bald weihnachten

Anonym hat gesagt…

Ich hab was über mein Paypal account gespendet aber dort gab es nirgends ein "Betreff"-feld.
Es waren 20€, halt trotzdem dem Harald-fonds beisteuern,
Alles gute für die Zukunft auf jeden Fall

Walter H. Reiterer hat gesagt…

Habs bemerkt, daß das nicht geht. Ich hab den Artikel ausgebessert mit der Bitte um E-Mail Benachrichtigung. Nachdem in den letzten Wochen keine Spenden für Football-Austria.com eingegangen sind, gehe ich davon aus, daß jene heute dem Harry gehören. Danke!

wotzibaer hat gesagt…

hallo harry, ich wünsch dir alles gute

winjester hat gesagt…

Deiner Familie viel Kraft und alles Gute, Harry.

Anonym hat gesagt…

Fischamend Oilers spenden 100 Euro von den Einnahmen des heurigen Weihnachtsmarktes.

Aber nicht nach dem Motto "tue gutes und sprich darüber" sondern als Vorbild, auf dass es viele nachmachen!

Frohe Weihnachten!

seventy2

Anonym hat gesagt…

Hallo Harald,

Kopf hoch Junge!, aber denk daran die Welt bricht nicht zusammen. Habe selbst einen Tumor im Kopf & habe anfangs die ganze Welt dafür gehasst. Brach mir auch ein Mal das Schambein & der damalige Arzt meinte, ich werde nie wieder gehen können. Ich kann gehen, laufen, sporteln alles!! Der Tumor ist noch immer in meinem Kopf, doch damit muss ich leben. Er wäre schon längst draussen, wenn er nicht so dumm liegen würde. Kopf hoch & glaube mir, das was ich gelernt habe ist:" Das Leben zu genießen. Viel mehr als früher. Der Geist ist die stärkste Waffe des menschlichen Körpers. Glaube an Dich & Deine Fähigkeiten."
Schreibe anonym, weil das persönlich ist & keinem was angeht.
Lg an Walter, der mich kennt

Anonym hat gesagt…

Hallo,
wünsch dem Harry auch alles gute und viel glück das alles gut endet!


aber ich muss auch ein kritik anbringen!
ihr steckt durch die krankheit in finanzieler schwierigkeit ist klar, aber warum fliegst du dann nach houston ?? das kostet auch geld und sicher nicht wenig!! ich meine ganz auch die bedürfnisse zu verzicht soll man nicht das ist klar

möchte keinen damit beleidigen aber naja

Walter H. Reiterer hat gesagt…

aber ich muss auch ein kritik anbringen!
ihr steckt durch die krankheit in finanzieler schwierigkeit ist klar, aber warum fliegst du dann nach houston ??


Eine Frage - viele Antworten.

Dass ich mitfahren werde, wurde bereits im Juli fixiert.
Die Reise war also zu dem Zeitpunkt (Mitte Oktober) längst gebucht und bezahlt. Und zwar von den Invaders, die ihre Austrian Bowl Wette gegen mich verloren haben. Im Prinzip haben Sie mich eingeladen, denn sie haben auf die Raiders gesetzt.
Das hat also nichts damit zu tun. Hätte ich selbst dafür aufkommen müssen, hätte ich storniert.

Ich war dort nicht zum Vergnügen, sondern zum Arbeiten, wie man hier ja sieht. Die Woche in Houston kann man getrost als Einsparung sehen, denn das Leben ist in Texas nicht nur um einiges billiger als hier, auch die Arbeit selbst drüben, bringt jetzt nicht nur Leser, Clicks und erhöht damit die Attraktivität des Produkts, welches seit geraumer Zeit fast meine ganze Aufmerksamkeit beansprucht, sondern die Inhalte können zweitverbraten werden, sprich: bringen eigentlich Geld.

Es stand trotzdem im Raum, obwohl ich kaum Kosten hatte, die Reise abzublasen. Nicht aus finanziellen Gründen, sondern aus rein praktischen.

Der Zufall wollte es, daß es dann doch passte. Zum einen wurde Harry nach der ersten Intensivbehandlung tagewesie nach Hause entlassen, zum anderen zog die Großmutter für einige Wochen hier im Burgenland ein , womit ich als Mannsbild nicht mehr so gebraucht wurde, wie vorher noch. (Wir leben nicht zusammen!) Es gibt noch einen dritten Grund warum wir uns (gemeinsam) dazu entschloßen habe, daß ich fliege, den ich gerne per E-Mail erläutere. Hobypsychologen können es sich denken.
Der vierte war, daß ich mich auch den Invaders gegenüber verpflichtet fühlte. Der stand nicht an erster Stelle, aber war auch da. Die Herren dort haben auch auf mich gezählt und ungern enttäusche ich Menschen, die echt gute Sachen lancieren. Und diese Reise war zweifelsfrei eine gute Sache für dieses Team und den österr. Football.

Trotzdem war es auch "ein Fehler" mitzureisen. Nicht wegen Geld, nicht wegen Verantwortung, sondern schlicht wegen meines mental desolaten Zustands. Ich bin ansich schon kein besonders zugänglicher Typ und zuträglicher Mensch. Ich bringe mein Umfeld regelmäßig zum Verzweifeln ob meiner direkten und egomanischen Natur, unter Streß potenziert sich das noch Mal. So war Houston sicher auch eine Geduldsprobe für manche Spieler und Funktionäre der Invaders, die sich mit einem spinnenden, fluchenden und zickenden Reiterer herumschlagen mussten, der die ganze Zeit mit seinem Kopf dazu auch noch woanders war. Das legte sich Mitte der Woche etwas, als mich die Nachricht erreichte, daß die erste Behandlungspahse erfolgreich abgeschloßen wurde. Trotzdem würde ich mit so einem wie mir nie auf Reise gehen wollen.

Anonym hat gesagt…

Hi Harry!
Ich habe selber einen Sohn,und ich danke egal wer da oben exsistiert dafür das er gesund ist.Gesundheit ist das gröste Gut des Menschen.
Auch mir ist es einen Ehre dafür zu Spenden.
Schicke euch viel Kraft und Energie.
Alles Gute,und Kopf hoch.

Markus Schwendenwein hat gesagt…

Liebe Footballer!

Ich heisse Markus und bin derjenige, der das Spendenkonto auf neue Eingänge "prüft". Ihr seid spitze!!!! Dafür ein herzliches Danke von meiner Seite!!! Gemeinsam haben wir es bis jetzt zu einer beachtlichen Summe geschafft und ich hoffe, dass wir die Koglbauers weiterhin so unterstützen wie bisher!!!!

Ein "Altkatzelsdorfer"!

Schaut auch einmal auf www.leithawellen.at oder Harry´s Homepage 8ung.at/kmhgym vorbei