Freitag, September 23, 2005

Coach, wie mach ich ein Holding?

No False Start der Bad Boys!

JVA Gerasdorf
Kaum zu halten.
Die Bad Boys Gerasdorf

Foto: Walter H. Reiterer
In einem verzückenden High Score Game über zwei Viertel schlugen die Gerasdorf Bad Boys eine bunte Mischung aus Bruins, Rangers und Vikings Spielern mit 35-26 und feierten ihren ersten Sieg ohne so recht zu wissen was ihnen da am Feld eben gelungen ist. Nämlich für alle Beteiligten ausnahmslos Überraschendes, denn bis auf die Spieler selbst, die von vorne herein immer mit dem Sieg gerechnet haben, waren sowohl Gegner als auch profunde Kenner unter den Zuschauern mehr als „suprised“ über die Leistung des Teams der Häftlinge. Fair und effizient, ohne ein einziges Foul zu begehen, fuhren sie einen Sieg ein der uns eigentlich alle angeht. Bericht und Fotos von Walter H. Reiterer.

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ORF Tipp: Montag, 26.09.2005, Thema, ORF2
Video aus der JVA folgt Montagnachmittag vor der Thema Sendung hier!

Schwierige Anreise – kurze Langeweile
Ich hatte die Gelegenheit insgesamt drei Trainingseinheiten der Badboys mit ihren sieben Coaches zu beobachten und subjektiv stets das Gefühl bei den Scrimmages untereinander, dass hier ein sehr gutes Team heranwächst. Gewissheit allerdings keine. Dementsprechend aufgewühlt und voller Vorfreude verließ ich Freitagmorgen das Büro und suchte mein Auto. Wo hab ich mich bloß eingeparkt zuletzt? Voriges Wochenende in Wiener Neustadt am Weg nach Budapest! – Ich hab kein Automobil in Wien! Wer kann mich mitnehmen? Am Ende hat sich Roman Seybold meiner erbarmt, auch zu seinem Glück, denn ohne meinen Orientierungssinn hätte er niemals zum Stadion, pardon – der Justizvollzugsanstalt gefunden. Zur Deadline High Noon standen wir also ante portas Justitia Juniors.

Hektisches Treiben im Gefängnishof
Mitten in den Vorbereitungen zum Höhepunkt des Sportfestes fanden wir uns inmitten einer Schar geschäftiger Leute wieder, welche auch uns dazu antrieben „irgendwas“ zu tun. So zogen sich die Herren Thomas El-Badramani (ja der El!), Pasha Asiladab (mit 6 Kilo mehr an der Hüfte als zuletzt) und Roman Seybold (späterer Center der Sweethearts) um und ich ging mal in die VIP Area um zu schauen ob der Griller schon angeworfen wurde. Es war immerhin Mittagszeit – ein schnelles Kotelett (vom Allerfeinsten), dann ab aufs Feld – den Gameday wollen wir später abhandeln.

Am Feld und in den Garderoben war man damit beschäftigt die Teams aufzuteilen. Wer spielt bei wem? Die Units der Badboys waren dann schnell klar. Neben den Insassen spielten QB Robin Lumsden in der Offense und LB Franz Kohlosar in der Defense auf ihrer Seite. Verkehrt herum, also mit zwei „Verstärkungen“ durch Insassen präsentierte sich das Team der Sweethearts. QB/FS Vinzenz Knapp, Center/OL Roman Seybold, DB/LB Michael Grätz, RB/DL(!!!) Thomas El-Badramani, WR/HB/FB/RB/LB/DL/(!!!!!) Pasha Asilidab und OL/DL Roland Drevensek brauchten noch ein paar um zu Elft und vor allem KOMPETATIV zu sein. :-)

Das süße Gift des Herzens
Sie haben bereits den Nachteil der Sweethearts erkannt? Genau – die Badboys spielten mit einer Defense und Offense Line, die Sweethearts mussten zu elft durchspielen (Voll gemein). Zudem hatten sie keinen Coach. Die Badboys hatten mit Mario Göpfert, Armin Schneider, Benjamin Tier und Jason Galanos gleich vier Trainer an der Sideline. Daher hat man sich auch vorher auf zwei Quarter (mit Pause) geeinigt. Das schlechte (weil nicht vorhandene) Coaching der EFL Stars (Asildab, Badramani und Seybold sind immerhin zweifache Europameister) war je länger das Match dauerte pures Gift für die Sweethearts, welche nach einem formidabeln Blitzstart konditionelle Mängel offenbarten.

It’s all in the game
Eigentlich war klar, dass die Badboys gewinnen „müssen“, den man wollte den Jungs den Sieg gönnen. Der Plan der Coaches lief aber spätestens ab dann schief, als sich die (bösen) Sweethearts partout nicht an Sonderregelungen halten wollten. Ausgemacht waren neben keinen Special Teams und keine Blitzes auch keine Trickspielzüge.

Bereits nach dem ersten Spielzug (ein 15 yard Run durch El-Badramani – die BB gewannen zwar den Coin Toss, entschieden sich aber für die 2nd half option) lief die Defense entrüstet an die Sideline um die Coaches zu fragen was da los ist!? Das ist ein schneller RB – den müsst ihr halten! Daher konzentrierte sich die komplette Secondary mal auf den pfeilschnellen El, stoppte diesen auch prompt (leider hatte er nicht den Ball) und übersah dabei Pasha Asiladab, der mit einem Catch und einem Lauf die Sweethearts ganz unkompliziert mit 2 TDs 0-13 in Führung brachte. Football ist verdammt kompliziert!

JVA Gerasdorf
Foto: Walter H. Reiterer
Dabei haben sich die süßen Herzchen einen kleinen Ausrutscher erlaubt und vor dem zweiten TD einen Trickspielzug hineingeschummelt. Darauf probierte Mario Göpfert einen der Referees mit 50 Cent zu bestechen (Ref, gib ein Holding – das war nicht ausgemacht!), dieser blieb aber auf der Seite der Unbestechlichen, wobei (der prompt vom Ref verwarnte) Göpfert zwar 50 Cent anbot, aber in Wahrheit nur ein 20 Cent Stück in Händen hielt (schlechter Versuch!). Wobei bei allem Klamauk am Rande (es wurde viel gelacht) die Partie trotzdem an Ernsthaftigkeit gewann.

Es schaute Mitte des ersten Viertels (der ersten Hälfte also) alles bereist nach einem klaren Sieg der Sweethearts aus, als Jason Galanos nach einem A-String der Sweethearts als Coach die Hutschnur riss. Statt eines weiteren Bestechungsversuchs sagte sich der 2,07 Meter Mann: „Ich geh mich umziehen – das lassen wir uns nicht bieten von den Profis!“

Doch noch bevor er sich seiner Designer Jeans entledigen und das Shoulderpad überstreifen konnte, schlugen die Bad Boys zum ersten Mal zu. Ein langer Pass von QB Robin Lumsden auf BB Receiver #82 zum 6-13, folgte eine vermeidbare Interception von Süßherzchen Vinzenz Knapp durch den Badboy #86 und schon bald darauf stellte die #82 der schlimmen Jungs den Halbzeitstand von 12-13 her. So hatten sich das die Zuckerjungen aus der Retorte gar nicht vorgestellt, daher hätte es auch eine harte Kabinenpredigt seitens des Headcoaches gesetzt - hätten sie nur einen solchen gehabt. Stattdessen legte man sich selbstzufrieden zur Pause in die Sonne (herrliches Spätsommerwetter) und harrte der Dinge die da kommen sollten. Die Strafe folgte auf dem Fuß.

JVA Gerasdorf
Foto: Walter H. Reiterer
In Hälfte zwei machte Jason Galanos aus seiner Drohung mitzuspielen Ernst. Ein historisches Ereignis im österreichischen Football. An der LOS standen sich die Linemen Galanos und El-Badramani gegenüber. Beide gleich groß. Allerdings El-Badramani auf 2 Beinen – Galanos im 3-Punt Stand. Köstlich! Das Duell der beiden gewann der von dem persönlichen Scharmützel unbeeindruckt davon eilende Badboy #82 zum 19-13 (Conversion good). Erstmals ging also die Heimmannschaft in Führung.

Danach rissen sich die Zuckerbäcker der Herzen wieder zusammen. Ausgleich durch ihre #11. Doch die Badboys hatten den Braten längst gerochen (Ah - so geht Football!?), gingen beinahe abgebrüht durch ihre #82 erneut in Führung. 26-19 (Conversion good).

Die Süßherzraspler danach komplett in Rage. Nun packten sie alle ihre Tricks aus, waren aber körperlich bereits am Ende. Eine gemeine Finte (Kombination Quatro Reverse-Playaction-Option-1 Minuten QB Scramble/Sneak - und was weiß ich noch alles) ließ sie nochmals hoffen. 26-25. Danach glitt der Zucker den 11 Sweeties aber aus ihren Beinen und Super Badboy Robin Lumsden erzielte den mehr als verdienten Entstand von 32-25 für Gerasdorf. Das Best Of Team aus Spielern der EFL-Austrian Bowl-Silverbowl-Champions erlitt eine empfindliche Niederlage. Die Badboys Gerasdorf haben ihnen gezeigt auf welcher Seite das Football Herz schlägt! Auf der Seite der Bösen!

Na echt?
Fast echt. Die ganze Wahrheit gefällig? Das Match war wirklich enorm schön anzusehen – auch für Football Gourmets. Ein megageiles Show Match für das Publikum (ich verwende solche Adjektive ungern, aber es war so), allerdings auch nach allen Regeln (der Kunst) durchgeführt. Eine enorme Leistung für beide Teams – die Badboys als Rookies und die Sweethearts als durchspielendes Kollektiv. Das zusammengestellte Team aus Top Leuten der Sweethearts ging rasch in Führung, unterschätzte aber in Folge tatsächlich die Fähigkeiten der Bad Boys. Als man sie ein wenig gewähren ließ, kamen sie plötzlich ran. Als man später zurückschlagen wollte, hatte plötzlich deren Defense etwas dagegen. Pech gehabt! Im Laufe des Matches sah man harte Tackles (auch die „Stars“ waren davon betroffen), lange TD Pässe (geniale Receiver der Badboys mit denen Lumsden seine helle Freude hatte – nur eine Interception!), schlicht und ergreifend mitreißenden Football auf unglaublich hohem Niveau.

Nicht zu glauben? – Stimmen nach dem Match

Michael Eschlböck (AFBÖ Präsident)
„Ich hab nicht gewusst was mich hier erwarten wird. Das spielerische Niveau hat mich positiv überrascht. Generell war die Partie ansehnlich und interessant, aber auch extrem fair geführt. Das ganze Projekt – Football in der JVA – scheint ganz allgemein Zukunft zu haben. “

Karl Wurm (AFBÖ Vizepräsident)
„Ich hatte ehrlich gesagt gemischte Gefühle vorher. Football im Gefängnis? – na schauen wir mal. Was ich heute sah war allerdings beeindruckend. Die Veranstaltung ein Gewinn für alle, das Spiel selbst war sehr gut. Wir haben alle gesehen wie Mario Göpfert und Armin Schneider aus 22 Rookies in ein paar Monaten ein Footballteam geformt haben, die es wahrscheinlich sogar mit so manchem Amateur Team der Liga aufnehmen können. Ich hab das vorher nicht geglaubt. Tolle Sache, die wir weiterhin unterstützen sollen und auch werden.“

Armin Schneider (Headcoach Bad Boys)
„Unser Ziel war und ist es den Insassen hier eine Perspektive zu geben. Sport kann ein wichtiger Katalysator und sozialer Knüpfpunkt sein. Dass die Jungs so gut spielen können, habe ich zwar gewusst und erhofft, aber nicht erwartet. Im Training ist immer alles leichter. Da stecken aber einige Talente und ausnahmslos gute Athleten drinnen. Die Disziplin ist zudem hervorragend und die Lernbereitschaft der Mannschaft enorm. Ich bin mächtig stolz auf dieses Team, denen dieser Sieg ist ihnen nicht in den Schoß gefallen ist. Das war Arbeit.“

Dr. Margitta Essenther (Leiterin der JVA Gerasdorf)
„Ich gebe unumwunden zu mich mit American Football nach wie vor recht wenig auszukennen. Heute allerdings ein wenig mehr wie früher. Ich war zu Beginn daher auch skeptisch was den Sport betrifft, der damals für mich in Verbindung mit „Gewalt“ und „Rauferei“ stand. Erst danach wurde mir klar, dass es sich dabei um eine Sportart handelt, die enorme Disziplin und Teamgeist verlangt, daher für unsere Jugendlichen ideal ist. Was ich heute am Spielfeld gesehen habe, hat auf mich als Laien enorm professionell gewirkt. Ich bin wirklich beeindruckt was die beiden Herren hier erreicht haben. Ganz erfreulich ist der Zuspruch der Jungendlichen, die sich hier enorm engagiert haben. Ich hoffe wir können dieses Projekt fortführen und auch Sponsoren dafür gewinnen.“

Michael Heiling und Norbert Siegert (Ausbilder JVA Gerasdorf)
„Wir wussten wenig über Football als wir damit vor einigen Monaten mit Göpfert und Schneider begonnen haben. Heute sind wir quasi Fans. Wir sehen uns das Training hier an und haben mittlerweile auch schon Matches der Nachwuchssaison gesehen. Ein unglaublich interessantes und komplexes Spiel in dem das Team im Vordergrund steht. Für die Leute hier kann das in Zukunft ein wichtiges Programm werden.“

No penalties!
Im ganzen Spiel gab es keine einzige Strafe. Sehr verdächtig, daher befragten wir auch die Referees. Laut denen gab es nur sehr wenige Regelwidrigkeiten. Vom Bestechungsversuch Göpferts abgesehen, wären etliche Dead Ball Fouls (Delay of Game) auf Seiten der Bad Boys zu ahnden gewesen, die sich manchmal längere Zeit im Huddle beraten haben. Da es sich aber um ein Freundschaftsmatch eines völlig unerfahrenen Teams handelte, hat man von einer Bestrafung Abstand genommen. Auch waren diese Pausen den Sweethearts gar nicht so unrecht, denn auch sie hatten viel zu besprechen. Sonst gab es kein Holding, keinen einzigen False Start(!), keine Pass Interference oder andere Vergehen. Das Spiel wurde aus Sicht der Referees extrem Regelkonform geführt und daher sahen sie auch keinen Grund einzugreifen.

Die Wichtigen für das Wichtigste vor dem Wichtigsten
Was Armin Schneider und Mario Göpfert als Protagonisten dieser Aktion hier begonnen haben ist einzigartig und bewundernswert. Man kann zum Thema Resozialisierung stehen wie man will – das hier ist pure Sozialarbeit auf eine selbstverständliche Art und Weise, die selbst gar nicht mehr den moralischen Anspruch erhebt das zu sein und sich daher auch nicht mehr erklären muss. Keine Wissenschaft – reiner Menschenverstand. Unprätentiös, unaufdringlich und ohne dem erhobenen „das ist ja so gut für euch Kriminelle“ Zeigefinger sind sie vorbehaltlos und vorurteilsfrei auf eine Gruppe „schwieriger Menschen“ zugegangen, haben diesen nicht zuerst ihre pädagogische Mission erklärt, sondern einen simplen Anglizismus aufgeworfen: „Wanna play football? – it’s fun!“ Aus dem Spaß wurde erst später auch Ernst, ein Ernst der den Beteiligten dann auch Spaß gemacht hat und weiterhin Freude bereiten wird. Ich weiß ehrlich gesagt nicht wie die beiden das hinbekommen haben, wahrscheinlich liegt es ihnen im Blut ohne es selbst zu begreifen, denn auch die Mitarbeitern der JVA waren erstaunt wie rasch das Duo sich hier eine natürlich Autorität als Coaches erarbeiten konnte. Das hat man so noch nicht erlebt. Gewollte Lernprozesse - Teamgeist, Toleranz, Kontrolle über Emotionen (was auch kontrollierte Entladung heißen kann) - waren Nebenprodukte und dabei eigentlich Ziel. Beide sind keine Pädagogen oder Psychologen. Sie sind Footballspier und Trainer. Das hat den 23 „Schwierigen“ gereicht um sie zu akzeptieren und ein gemeinsames Ziel zu verfolgen. Was man damit will ist viel. Einige Spieler stehen kurz vor ihrer Entlassung = Einbindung in ein Team? Auch kann man sich seitens der JVA vorstellen das zu einer fixen Einrichtung zu machen. Ein Argument dafür war auch, dass die Kids ihre „Aggressionen los werden“. Auch das wurde nebenbei erreicht, ohne darüber viel nachzudenken.

Ich hatte in den letzten Wochen die Gelegenheit die Arbeit der Herren zu verfolgen. In 20 Jahren Football ist mir persönlich bisher kein vergleichbares Projekt untergekommen. Wenn man jegliche Sozialromantik ablegt, was ich schon vor langer Zeit getan hab, dann kann Football Österreich trotzdem nur eines machen – vor Armin Schneider und Mario Göpfert den Hut ziehen. Ohne sie zu Heiligen stilisieren zu wollen (denn das sind sie nicht) sage ich aber trotzdem voller Stolz (Stolz - auch ein Wort das ich sonst nicht so mag): Ihr seit zwei Helden für mich und habt hier etwas wahrhaft Gutes begonnen. Football-Austria.com wird alles tun um euch hier zu unterstützen, denn das hat die ganz große Klasse!

Ein gestern auch nachdenklicher Martin Altbart brachte es so auf den Punkt: „Sollten die beiden mit der Sache nur einen einzigen von weiteren Blödheiten abgehalten haben, dann war das schon Grund genug es zu tun.“ Neben dem Bruins Präsidenten und den beiden Initiatoren sind auch noch einer ganzen Reihe von Personen für dieses Projekt zu danken. Michael Heiling, Norbert Siegbert, und Dr. Margitta Essenther von der JVA. Bennie, Jason, Michael, Roland, Robin, den Referees, Waterboy George und Cecilia und allen anderen Leuten die gestern mitgeholfen- und gespielt haben.

Bad Boys Gerasdorf vs Sweethearts 35-26 (12-13 / 23 -13)
JVA Gerasdorf, Kickoff: 13:00h
Referees: Savicevic, Hofbauer, Praher, König, Dungler
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ORF Tipp: Montag, 26.09.2005, Thema, ORF2
Video aus der JVA folgt Montagnachmittag vor der Thema Sendung hier!

Datenbank des Vorüberschreitens
Auf Nebenschauplätzen sah und hörte man gar Skurriles.
Einer der Referees merkte während des Matches (lobend) an, dass es bisher kein Holding zu verzeichnen gab. Darauf stürmt ein Linebacker der Badboys der das hörte zu einem seiner Coaches und fragte: „Coach, wie mach ich ein Holding?“
Coach: „Das erkläre ich dir später – spiel jetzt mal ohne weiter!“
Einer der Insassen fragte mich warum die Nummer 7 der Sweethearts (Pasha Asiladab) so schnell sei? Antwort: „Er ist zweifacher Europameister!?“
Gegenantwort. „Na und, ich bin Staatsmeister im Breakdance!!!“ und drehte sogleich ein Rad (ohne Hände) über das halbe Spielfeld während eines Timeouts.
Karl Wurm, der so was selbst noch nie vorher sah, sagte dazu: „Ich mach das auch jeden Morgen, daher tut mir immer so das Kreuz weh!“ Nach einer kurzen Denkpause bekam eine Dame einen Lachanfall. Offenbar hat sie’s ihm nicht geglaubt.
Ein Insasse, der seine Oberschenkel auf den Oberarmen trug, lud allgemein zum Armdrücken ein. Sofort mit dabei – Roman Seybold, der auch prompt den Kürzeren zog. Der „Pressesprecher“ des Superdrückers verkündete nach der Siegesserie in Richtung der Spieler: „Da schaut ihr Footballer aber, gell! Und das ohne Doping!“

Gameday at its’ best!
Die Event Manager haben aus dem Gefängnishof ein Festivalgelände gemacht. Für die Gäste, Referees, Aktive und Presse gab es unter einem Zelt frisch Gegrilltes und kalte Getränke. Das Highlight (neben sehr bekömmlichen Putenschnitzel und Kotelette vom Schwein) waren die mächtig genialen Grillwürste, wozu man wahlweise scharfen (englischen!!!) bzw. Estragon Senf, zwei Sorten Ketchup (yes!), verschiedene Grillsaucen (yes, yes!) oder Salat (Kraut - nicht aus der Dose - und Kartoffel – ausgewogen mariniert) sowie frisches Gebäck servierte. Der an das herkömmliche „Catering mit altem Bart“ gewohnte VIP (Wollens das Hot Dog mit Würstel oder mit Weckerl? – immerhin ist’s ja umsonst!) fühlte man sich in die gute alte Zeit zurückversetzt, als Alfred Neugebauer noch Essen für arme Redakteure kredenzte, bevor er beschloss selbst Buffets zu leeren. Dazu gibt es nur eines zu sagen: 1A!

Auch für die Insassen war es ein Schlemmertag. Getrennt von den VIPs waren sie durch eine Demarkationslinie, die sie nicht überschreiten dürfen (Richtung Ausgang) und hatten daher einen eignen Grillstand neben dem Spielfeld. Auch in dem Fall gab die Karte einiges her. Ich gebe es zu – ich hab mich auch dort in Obelix Manier angestellt (natürlich rein aus Testzwecken) und das Grillgut war auch hier völlig in Ordnung. Schöne Sache.

Da Essen nicht nur (aber fast) alles ist, sei auch noch der sehr erfreuliche Rest erwähnt. Eine Pyroshow von 90 Celsius und 280 Dezibel (sehr warm, sehr laut), beim Einlauf der beiden Teams sorgte ebenso für Stimmung wie die Cheerleader Show der jungen Damen der Baden Bruins.

Fazit: Hätte ein Division I Team einen solchen Gameday dürfte es alleine auf Grund der Würstel in der AFL spielen. Perfekt, denn solche „Kleinigkeiten“ sorgen u. A. dafür, dass die Leute bleiben und nicht gehen wollen, was in diesem Fall noch für viele interessante Gespräche zwischen dem Verband und der JVA geführt hat. Wann wird wieder gegrillt?

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

weil ich kameras auf den fotos gesehn hab kann man sich das im fernsehn anschaun wenn ja wann ist das?

Anonym hat gesagt…

thema montag 21.10 uhr

Anonym hat gesagt…

gratulation an alle beteiligten, besonders die coaches!

Anonym hat gesagt…

Jetzt bin ich extra die ganze Nacht wach geblieben und hab auf den Artikel gewartet aber er kommt nicht. Mist.

Walter H. Reiterer hat gesagt…

Die Nacht ist noch lang! Aber bald!!!

Anonym hat gesagt…

Hallo Cliff !
Die Nacht ist vorüber,wo ist der Artikel?

Anonym hat gesagt…

Hast du auch den "Ich muss jeden Tag um 5.34h Football-Austria.com schauen"-Zwang?

Anonym hat gesagt…

nein den habe ich nicht, aber ich war rein zufällig um diese Zeit auf, und musste mich selbst davon überzeugen ob Cliff Clavin hält was er verspricht

Checka hat gesagt…

Liebe Redaktion:
mit der nummer 11 für die Sweetharts Lou Meier, mit der Nummer 19 Bernhard Schmid, mit "ohne" Nummer Otmane Kabietadiko + ein Oiler .... wo ich jetzt nicht nachschauen kann wie er richtig heißt.... THANX SWEETHEARTS.

Anonym hat gesagt…

bitte ich spielte mit der "98" ;)

grosses lob noch mal an armin und mario, echt super was ihr da auf die beine gestellt habt und vorallem hut ab vor den badboys, hoffentlich wird das projekt weiterbestehen. wenn ja helf ich immer wieder gern mit.

bernhard

Anonym hat gesagt…

Wer machte die TD´s für die Sweethearts?

Anonym hat gesagt…

2 TD Asiladab, 2 TD´s El-Badramani

Anonym hat gesagt…

glaub ich nicht ganz. sicher je ein touchdown schmid bernhard und lou meier...

Anonym hat gesagt…

dürften dieses Team aus Sträflingen eigentlich an der Liga teilnehmen wenn diese einen Verein anmelden?

Anonym hat gesagt…

Problematisch könnten dabei nur die Auswärtsmatches werden...