Mittwoch, März 22, 2006

Wir ziehen die langen Hosen an

Des Champions neue Kleider

Vikings PK Felix Hoppel
Herr Leher, ich weiß was. Der Reiterer schreibt ab! Felix Hoppel als Hauptredner bei der Vikings PK im Marriott.
Foto: Michael Nemeskal
Eine eher ungewöhnliche Vikings Pressekonferenz fand heute Vormittag in der Sportbar des Wiener Marriott Hotel statt. Während in den letzten Jahren diese mehr den Charakter eines gemütlichen Presse Brunchs hatten, entwickelte sich diesmal, angesichts der vielen Veränderungen bei den Wikinger, eine interessante Gesprächsrunde. In einer knappen Stunde waren nicht nur die Vikings Thema, sondern auch andere Teams und deren Stärken, die kommende Importregelung 2007 u. v. m. Shawn Olson, Chris Calaycay, Felix Hoppel, Christoph Stein, Karl Wurm und Neuzugang Clinton Graham standen der Presse Rede und Antwort. Ein fast vollständiges Protokoll des Tages.

Kleine Fotogalerie der Pressekonferenz.

Eine Überraschung zu Beginn
Shawn Olson steht nicht am 2006 Roster der Dodge Vikings! Fast alle haben damit spekuliert, daß Olson als Backup dort zu finden sein wird. Das heißt, daß es definitiv kein Comeback des Kanadiers als Spielmacher geben wird. Man verläßt sich voll und ganz auf Neuzugang QB Toby Henry bzw. QB/WR Luke Atwood.


Statements

Felix Hoppel
Heuer haben wir völlig neue Rahmenbedingungen. Wobei ich der Meinung bin, daß von der Coaching Seite her betrachtet absolut kein Qualitätsverlust stattgefunden hat. Im Gegenteil. Es hat sich personell in Wahrheit im Hintergrund gar nicht so viel verändert. Der Unterschied ist, daß manche Personen jetzt in den Vordergrund rücken. Wie zum Beispiel Shawn Olson, der jetzt nur mehr als Trainer tätig ist, aber nicht mehr aktiv spielen wird.

In der Defense bleibt es mehr oder weniger bei der alten, gewohnt guten Qualität unter der Führung von Chris Calaycay. Was natürlich neu ist: Coach Tom Symthe wird nicht mehr an der Sideline stehen. Ich denke, daß der bestehende Trainerstab und die Mannschaft diesen Verlust kompensieren kann. Es ist ein neuer, junger Elan zu erkennen. Alles sind sich der Aufgabe und Verantwortung bewußt und gehen mit großen Erwartungen in die Saison.

Saisonvorschau 2006
Wir erwarten, daß einige Teams deutlich besser sein werden. Ein Kandidat dafür sind die Cineplexx Blue Devils, die sich heuer verstärkt haben und sehr motiviert sind. 2006 ist ja auch das letzte Jahr wo die Import Regelung noch nicht greift. 2007 wird es eine wesentliche Neuerungen geben. Ab dann wird es so sein, daß in Österreich nur mehr sechs sogenannte Nicht Österreicher spielen dürfen und davon lediglich drei am Feld stehen dürfen. Das ist ein Beschluß der AFL Teams gewesen. Es hat den Anschein, daß bereits heuer alle versuchen sich damit zu arrangieren. So auch wir. Wir werden 2006 bereits nach den Rahmenbedingungen und Regeln für 2007 spielen. Das heißt 6 Imports. Drei davon in der Offense, drei in der Defense. Insgesamt erwartet man sich davon, daß österreichische Spieler in den Vordergrund rücken und jene Mannschaften, die nicht über das nötige Management und die Finanzkraft verfügen den Anschluß finden. Es ist zu hoffen, daß diese Regel auch genau das bewirkt.

International bedeutet das natürlich, daß wie jetzt einen kleinen Nachteil haben, da in den anderen europäischen Ländern diese Regel sich nicht geändert hat. Hier besteht weiterhin die Situation, daß drei US Amerikaner eingesetzt werden können. Dazu eine beliebige Anzahl von Dual Paßports. Es wird interessant abzuwarten, ob es auch auf europäischer Ebene eine Diskussion geben wird in die Richtung, die Importspieler zu limitieren. Ich meine es wäre hoch an der Zeit, daß dieser Prozeß von statten geht.

Stichwort Eurobowl
Nach langer Zeit werden mit Hamburg und Braunschweig wieder die großen deutschen Teams mitspielen. Wir selbst werden das Vergnügen haben gleich im Grunddurchgang auf Hamburg zu treffen. Hier ist aus den vergangenen Jahren noch eine Rechnung offen. Wir haben gegen Hamburg damals Lehrgeld bezahlt. Heuer ist allerdings umgekehrt, denn wir haben uns deutlich weiterentwickelt. Das Team ist regierender Europameister und Hamburg kommt nach Wien. Aufgrund dieser Konstellation erwarten wir uns ein sensationelles Match. Davor müssen wir allerdings noch nach Italien (Bologna) reisen. Die Warriors sind eine aufstrebende Mannschaft und hinter Bergamo die Nummer zwei in Italien. Was sie von Bergamo unterscheidet, ist das Management und die Art und Weise wie sie Spiele aufziehen - das heißt, sie machen auch einen Football Event. Die Eurobowl wird kein Spaziergang werden – soviel ist klar.

Wir haben mit Toby Henry einen neuen Quarterback, der als Nachfolger von Shawn Olson sicher eine schwere Last zu tragen hat. Auch wenn man es nicht möchte, wird man unweigerlich die zwei miteinander vergleichen. Was zwar einerseits ungerecht, andererseits aber nicht vermeidbar ist. Wir sind bis dato, was wir gesehen haben, sehr zufrieden mit ihm. Selbstverständlich wird er am kommenden Wochenende in Innsbruck beweisen müssen, wie es wirklich aussieht. Eine deutliche Verstärkung ist unser neuer Runningback Clinton Graham, der im Training absolute Highlights bereits gezeigt hat. Ich freue mich daher sehr auf das erste Spiel, denn ich glaube ich werde mich dabei sehr gut unterhalten. Es wird ein Genuß sein ihm zuzusehen. Auch Luke Atwood, mittlerweile ein alter Routinier, ist wieder da und wird u. A. eine Joker Funktion einnehmen. Wir haben mit ihm den Luxus, daß auch er Quarterback spielen kann. In der Defense haben wir Michal Latek, mit dem wir letztes Jahr bereits sehr zufrieden waren, wieder geholt. Neue dazu gekommen ist Darin Martyna von den Danube Dragons. Auch wieder dabei ist Neil Maki, der nicht nur in der Defense gut gespielt hat, sondern mit seinen Returns etliche Touchdowns erzielen konnte. Wir hoffen insgesamt, daß wir dort fortsetzen können, wo wir letztes Jahr aufgehört haben.

Zusammenfassend: Im großen und ganzen war die Vorbereitung wetterbedingt ein wenig durchwachsen. Technisch & taktisch sind wir einem höheren Level wie jemals zuvor. Heutzutage ist es so, daß es Football Ganzjahressport geworden ist. Das ist auch mein letztes Stichwort: Wir haben heuer das Hauptaugenmerk auf die Ausbildung und das Training der österreichischen Spieler gelegt. Zu diesem Zweck sind noch zusätzliche Trainer gekommen. Wir haben eine kanadisch geführte Offense und eine amerikanisch geführte Defense. Diese Kombination funktioniert erstaunlich reibungslos - da können sich so manche deutsch-österreichischen Kombinationen etwas abschauen. Der große Test findet am Samstag in Innsbruck statt.

Clinton Graham
Ich komme aus Boston von der Stony Brooks Universität. Ich wußte nicht was mich erwartet als ich hierher kam. Ich wußte nichts über Wien oder Europa. Das einzige was ich wußte war, daß es mit Shawn Olson einen Englisch sprechenden Trainer gibt. Ich freue mich sehr in Österreich spielen zu können und warte vor allem darauf, daß die Sonne hervorkommt. Für das Match am Samstag erwarte ich mir einen Sieg, ebenso wie ich an den Gewinn der Meisterschaft glaube. Die Vikings haben die Kultur und Tradition eines Siegers.

Shawn Olson
Für mich wird es eine neue Erfahrung sein bei der Kampfmannschaft „nur“ an der Sideline zu stehen. Ich war schon Trainer in Kanada und auch beim Vikings Team 2, aber mit dem Team 1 wird das sicher ein neues Gefühl. Der große Unterschied für mich ist, daß ich keine Möglichkeiten mehr haben werde aktiv am Feld ins Geschehen einzugreifen.

Chris Calaycay
Ich denke wir sind in einer sehr guten Verfassung. Wir haben trotz Regen und Schnee in den letzten sechs Monaten gut trainiert. Wir sehen dem ersten Match mit Zuversicht entgegen.

Christoph Stein
Ich war früher in der Line einer der größeren und schwereren Brocken. Nach meinem Wechsel in die O-Line gehöre ich zu den Schmächtigeren (lacht). Was ich von der emotionalen Seite sagen kann, neben der Taktik, ist, daß wir hoch motiviert sind. Die Wikinger haben heuer neue Waffen geschmiedet. Neue Schwerter und neue Streitäxte. Im ersten Spiel werden wir sehen wie gut diese funktionieren. Aber wir haben auf gar keinen Fall Angst vor irgendeinem Gegner.


Fragen der Journalisten

Andreas Ubell (Sport in Wien)
Als Felix Hoppel über den neuen Quarterback sprach, sagte er sei es sehr zufrieden. Als über Clinton Graham sprach, sah man ein Funkeln in seinen Augen. Warum?

Felix Hoppel
Das war nicht meine Absicht, auch nicht hintergründig oder unterbewußt. Das liegt einerseits sicherlich daran, daß ich unmittelbar für die Runningbacks zuständig bin, Clinton dadurch zu meiner Unit gehört. Vor allem die Runningbacks der Vikings, mit Ausnahme von Lance Gustafson, mußten früher oft einiges an Kritik hören. Da freue ich mich persönlich natürlich sehr jemanden von der Qualität im Team zu haben. Dann ist natürlich noch eines klar. Im Training schaut ein Runningback einfach besser aus als ein Quarterback. Der wirft vielleicht manchmal schöne Bälle, oder gute Screens, macht perfekte Reads usw., das ist aber nichts was jetzt sofort spektakulär auffällt. Es fällt schon eher auf, wenn ein Spielmacher schlecht spielt. Es ist auch so, daß ein Quarterback erst in Spielsituationen so richtig in Erscheinung tritt. Es ist etwas anderes, wenn man in einem Spiel getacklet oder gesacked werden kann, wenn einem tatsächlich 11 Verteidiger nach Leib und Leben trachten. Das ist vielleicht ein wenig unterschwellig rüber gekommen ist. Es gibt aber keinen Anlaß für mich zu sagen, mit dem einen bin ich zufrieden und mit dem anderen nicht. Die Quarterback Sache ist ein wesentlich sensibleres Thema als jene mit dem Runningback. Man weiß, daß gute Quarterbacks sehr viel bewirken, schlechte allerdings sehr viel zunichte machen können. Ich muß sagen Toby Henry macht seinen Job bisher hervorragend. Er ist ein anderer Mensch und anderer Typ wie seine Vorgänger. Wir werden heute heuer weder einen zweiten, noch einen Klon von Shawn Olson sehen. Er wird unserem Spiel eine neue Charakteristik geben.

Andy Ubell
Der Wechsel im Coaching Staff hat auch damit zu tun, daß Shawn Olson und Chris Calaycay ganzjährig in Wien sind?

Felix Hoppel
Natürlich auch. Die Frage stand ja nie im Raum ob es ein Problem gab mit Tom Smythe. Es gab keines. Man muß sich das so vorstellen: 1994 war Smythe das erste Mal in Wien. Damals hatte ich noch die Ehre und das Vergnügen ihn als Spieler kennenzulernen. Da gab es einen Quantensprung in der Entwicklung. Damals war das einzig und allein mit der Tatsache verbunden, daß Tom Symthe da war. Das hat uns wahnsinnig weiter gebracht. Er kam Anfang März, hat mit uns gearbeitet während der Saison. Der Quarterback hat auch seinen Teil dazu beigetragen. Im Laufe der Jahre hat sich der Football so entwickelt, daß es einfach heute nicht mehr möglich ist im März in einer Halle mit dem Coaching zu beginnen um in der Saison erfolgreich zu sein. Eine Situation die vor zehn Jahren noch bahnbrechend und erfolgsversprechend war, ist heute einfach so nicht mehr gegeben. Das ist einer der Hauptgründe, warum Tom Smythe, der noch immer berufliche Verpflichtungen in den USA hat, nicht wieder kommt. Es war technisch nicht möglich, denn ich man kann nicht an zwei Orten gleichzeitig sei. Da haben wir zum Glück nun zwei höchst qualifizierte Leute, die die Sache übernommen haben.

Walter H. Reiterer (Football-Austria.com)
Die Vorbereitung und das Training ist gut gelaufen. Was ist dann vorigen Sonntag schiefgelaufen? Da standen ja auch diese beiden Coaches bei der Niederlage des Teams 2 gegen die Gladiators an der Sideline.

Felix Hoppel
Erstens einmal beziehen sich meine Aussagen schwerpunktmäßig auf das Team 1. Das Team 2 ist nicht unser Stiefkind geworden, um mich bitte nicht falsch zu interpretieren, nur ich persönlich will ein Vorbereitungsspiel eines Teams 2, das noch dazu an diesem Sonntag nicht vollzählig war, nicht überbewerten. Natürlich ist es eine Sensation - vor allem wenn man eine daraus macht, daß der Meister der zweiten Liga des Vorjahres gegen den letzten der dritten Liga verloren hat. Aber es ist jetzt nicht so, daß jeder sagt „Um Gottes willen - wir haben ein Problem!“ Ganz im Gegenteil. Das heißt jetzt nicht, daß wir mit dem Team 2 nicht gerne gewinnen würden. Wir werden alles tun, was dazu notwendig ist, um Erfolg zu haben, aber die Mannschaft ist, und das muß sich vor Augen halten, unser Farm Team. Das heißt, dort sollen junge Spieler spielen. Ob man gewinnt oder nicht ist erst in zweiter Linie interessant. Passiert es, dann ist es super. Wenn es nicht passiert, so wie am vergangenen Sonntag, dann wird man die nötigen Konsequenzen ziehen und Dinge besser machen. Aber es ist nicht so, daß wir deshalb die Hände über den Kopf zusammen schlagen und darin die Tragödie schlechthin sehen. Meine Meinung dazu ist auch, daß es gut war für alle mal zu erfahren, daß man nicht andauernd und automatisch gewinnen kann. Das war ja ein Klassiker. Wir haben das Team unterschätzt, die kamen aber höchst motiviert zu uns und dann kann man schon mal eine in den Hintern rein bekommen. Das war schon okay so.

Alfred Neugebauer
Dazu muß man noch sagen, für alle Journalisten die das nicht mitbekommen haben: Wir haben letztes Wochenende ein Test Spiel mit der zweiten Mannschaft absolviert und verloren. Wir sind derartig erfolgsverwöhnt, daß es schon auffällt, wenn wir Testspiele verlieren.

Felix Hoppel
Unsere Vorbereitung hat unter den Wetterbedingungen stark gelitten. Das soll keine Ausrede sein, sondern nur ein Situationsbericht. Wir haben heuer einen langen Winter und wir dürfen auf der Schmelz den Trainingsplatz nicht räumen. Es wurde uns das Leben insofern schon sehr schwer gemacht. Natürlich steht das Team 2 am hinteren Ende der Nahrungskette. Wenn der Platz frei war, hat das Team 1 trainiert. Fakt ist, daß wir die ersten zwei Trainingseinheiten für das zweite TEam ganz absagen mußten. Das hat man sicher auch bemerkt. Das soll alles keine Ausrede sein, aber es war so.

Dr. Manfred Schlitzer (Sportwoche)
Warum treten die Vikings gerade jetzt mit einer neuen Coaching Führung an, wenn in der Eurobowl die starken deutschen Teams warten? Hätte man nicht noch ein Jahr mit dem alten Team durchziehen sollen?

Präsident Karl Wurm
Wann hätten wir diesen Schritt besser ansetzen sollen als in das ist nach der Saison 2005? Die Deutschen zu schlagen ist zwar sehr nett, auch ein großer Wunsch von mir, nur haben 2005 alles gewonnen. Minis, Schüler, Jugend, Junioren, AFL, Eurobowl und die Ladies. Wir haben alles gewonnen wo wir angetreten sind. Natürlich bin ich darauf stolz, aber ohne Arroganz. Wir sind die Nummer 1 in Europa und es in die Nummer 1 in Österreich. Was wäre die Alternative gewesen? Es muß einmal dieser Schnitt gemacht werden. Wir wollen uns jetzt die kurzen Hosen ausziehen und die langen Hosen anziehen. Wir arbeiten aus unseren eigenen Ressourcen heraus. Ob es ein Chris Calaycay oder ein Shawn Olson ist - das sind unsere Ressourcen. Tom Symthe wäre wieder für vier Monate nach Wien gekommen und danach wieder gegangen. Tom kümmerte sich nicht um das Team 2, auch nicht um den Nachwuchs, durch ihm wurde auch keinen Nachwuchs Spieler besser. Wenn man sich den Nachwuchs Bereich heute ansieht, haben die Vikings mehrere potentielle Quarterbacks für die Zukunft. Da wächst etwas heran, wo wir uns langsam überlegen können, mit denen als Spielmacher in eine Saison zu gehen. Mit einem österreichischen Quaterback! Das gibt es ja seit zehn Jahren nicht mehr in der höchsten österreichischen Liga. Das ist als ein Fortschritt. Und das stand im Mittelpunkt unserer Überlegungen. Es wäre schön die Deutschen zu schlagen. Ich bin ganz sicher, daß das auch möglich ist, aber es hätte keinen besseren Zeitpunkt für diesen Einschnitt gegeben als heuer. Wir haben alles gewonnen - wer soll uns jetzt noch irgendwas vorwerfen? Meine Sorge, beziehungsweise mein Wunsch die Vikings auf eine gerade Linie zu bringen, ist größer als jener die Deutschen heuer zu schlagen.

Shawn Olson
Ich möchte hier noch etwas anfügen. 2003 haben wir in Deutschland mit Coach Smythe gespielt. Wir haben verloren. Wir hätten das Spiel gewinnen können, aber wir haben verloren. Wir werden unsere Spieler so gut wie möglich vorbereiten um dieses Spiel oder diese Spiele gegen die Deutschen zu gewinnen. Wir haben keine Angst vor deutschen Teams, noch eine vor irgendeinem Österreichischen. Wir wissen, daß wir hart arbeiten. Wir wissen, daß wir uns gut vorbereiten. Wir wissen, daß wir gute Spieler haben. Und wir haben gute Legionäre ins Team gebracht. Football ist, wie jedes Spiel, eines wo es ums gewinnen oder ums verlieren geht. An jedem Spieltag. Unglücklicher Weise war diese Normalität in Österreich in den letzten Jahren nicht gegeben. Bislang schaute die Realität so aus: Wir kamen zum Match, haben es gewonnen und gingen wieder nach Hause. Das ist nicht normal und auch nicht gut. Football in Österreich wird jetzt hoffentlich wirklich Football. Es wird spannend. Aber das beeinflußt nicht die Art und Weise wie wir uns vorbereiten. Das ändert überhaupt nichts. Wir sind nicht ängstlich. Wir kümmern uns immer nur um uns selbst. Wir können mit jeder Mannschaft in Europa mithalten. Können sie uns schlagen? Ja Sie können. Können wir sie schlagen? Ja wir können. Wir freuen uns auf diese Herausforderung. Es ist ein Spiel. Das Ergebnis sollte immer offen sein. Karl sagte wir haben alles gewonnen. Ich sage wir wollen wieder alles gewinnen. Wir sind zuversichtlich was das betrifft. Es kann passieren, es kann aber auch nicht passiert. Wir werden alles unternehmen um das zu erreichen. Ich möchte das nur klarstellen und das in eine richtige Relation rücken: Vor einem Spiel sollte das Ergebnis nicht feststehen, sonst ist es kein Spiel mehr. Ich hoffe daß alle anderen ihren Job gemacht haben und wir den unseren. Wenn das der Fall ist, dann wird jeder in Europa ein Gewinner sein, vor allem der American Football Sport.

Dr. Manfred Schlitzer
Eine Frage noch zur Eurowbol. Sollten die Vikings ihre Gruppe gewinnen, weiß man dann schon auf wen sie treffen werden?

Felix Hoppel
Wir würden dann in die skandinavische Gruppe kommen. Mit den Schweden, Finnen und Moskau. Braunschweig können wir erst im Finale als Gegner bekommen. Die Lions spielen gegen Innsbruck zweimal. Die haben leider eine Zweier Gruppe, sonst gibt es nur Dreier Gruppen, daher spielen sie hin- und zurück. Wir spielen gegen jeden Gegner ein Spiel und diese sollten wir tunlichst gewinnen.

Ich möchte auch noch etwas sagen zu den früheren Niederlagen gegen deutsche Teams. In Hamburg haben wir 1998 gespielt. Braunschweig war 2003. Das war ein Spiel wofür sich niemand schämen muß. Im Gegenteil - wir haben dort auch einiges gewonnen. Erfahrung. Alles davor waren für mich die Lehrjahre. Im nachhinein betrachtet war Hamburg eine der wichtigsten Erfahrungen die wir als Team gemacht haben. Weil dort sind wir wie die kleinen Lehrbuben mit dem offenem Mund im Volksstadion gestanden und hatten eine Gänsehaut. Es war eine Kulisse, die man in Österreich so noch nicht gesehen hat. Das war auch die fetten Jahre der deutschen Teams. Wir haben damals Lehrgeld bezahlt. Am Anfang sogar noch recht gut mitgespielt, dann aber keine Chance mehr gehabt. Aber das hat uns, und das ist vielleicht diese spezielle Vikings Sache, nicht zur Resignation geführt sondern dazu, daß wir uns gesagt haben: Verflucht - dort wollen wir auch hin! Das wollen wir auch schaffen! Wir wollen an der Spitze stehen! Ein paar Jahre später ist dieser Traum in Erfüllung gegangen.

Nochmals zum Wechsel im Trainer Stab. Natürlich ist es angenehmer eine Situation wieder zu haben die man gewohnt ist. Im warmen und im sicheren Bett zu liegen ist einfach. Nur es ist mehrfach heute schon gefallen. Es war klar daß dieser Wechsel irgendwann kommen mußte. Und wir haben gute Leute die in den Startlöchern bereit stehen und die auch bereit waren diesen Job zu übernehmen. Natürlich kann es die eine oder andere Situation geben, wo es nicht so läuft wie den vergangenen Jahren, aber wie Karl bereits gesagt hat, was entscheidend ist sind zwei Dinge. Erstens einmal haben wir uns damit selbst und bewußt die Latte sehr hoch gelegt für 2006, weil es auch aus sportpsychologischer Sicht sehr schwierig ist nach einer derart erfolgreichen Saison neue Ziele anzustreben. Was sollen den Spielern sagen? Daß sie noch mehr trainieren sollen? Daß sie noch mehr reinbeißen soll? Jetzt haben wir künstlich ein Ziel geschaffen. Für die langfristige Taktik ist das aber absolut das richtige. Zweitens war Tom Symthe keine Möglichkeit mehr für die nächsten Jahre. Wir haben jetzt die Weichen gestellt für die nächsten fünf bis zehn Jahre um ebenso erfolgreich unterwegs sein zu können wie zuvor. Somit ist der Zeitpunkt meiner Meinung nach auf jeden Fall einer der richtig gewählt wurde.

Walter H. Reiterer
Sie waren letzte Woche beim Match der Raiders gegen Bozen. Wie schätzen Sie die Raiders ein?

Felix Hoppel
Ich muß zu meiner Schande gestehen, ich war mehr mit der Videokamera beschäftigt. Ich wollte sicherstellen ein gutes Video abzuliefern (lacht). Ich hab das Spiel also auf 2x3 Zentimeter gesehen, es mir aber danach angeschaut. Mein Eindruck: Das Spiel war ein durchschnittliches Vorbereitungsspiel. Was auch daran gelegen hat, daß Bozen nicht wirklich geglänzt hat. Das war ein zusammengewürfelter Haufen. Man hat bemerkt, so mein Eindruck, daß die Raiders eine solide Mannschaft beisammen haben und gut vorbereitet sind. Sie haben sich in der Defense sicher verbessert von den taktischen Möglichkeiten und der Aufstellung her. In der Offense ist der Quarterback der Innsbrucker erst vergangene Woche gekommen. Die Raiders hatten das Pech was ich keinem Manager wünsche, nämlich daß amerikanische Spieler „Heimweh“ bekommen haben. Daher möchte ich das Match nicht überbewerten. Ich glaube, daß Innsbruck auf jeden Fall das Potential hat sich noch deutlich zu steigern im Vergleich zu dem was man vergangenen Sonntag gesehen hat. Kommenden Samstag dürfen wir sie nicht unterschätzen.

Walter H. Reiterer
Wie schätzen Sie heuer generell die Teams in der AFL ein?

Felix Hoppel
Was ich persönlich erwarte, weil ich meinen Freund den Christoph Piringer schon lange kenne - ich meine das in aller Freundschaft - daß die Blue Devils wissen, daß 2006 die Chance schlechthin für Sie ist. Christoph macht einen sehr guten Job in Vorarlberg. Auch was das Management und die Sponsoren betrifft. Was ihm noch fehlt, sind einfach die sportlichen Erfolge. Daß die Devils auch mal in einem Finale stehen, oder sogar die Austrian Bowl gewinnen. Sie werden alles auf eine Karte setzen. Das meine ich gar nicht negativ, sondern finde es sehr schlau. Mit allen Konsequenzen die dazugehören, was bitte nicht so verstanden werden soll, daß das in eine Richtung geht, wie: Die haben so viele Imports. Das zählt für mich nicht als Argument. Sie machen es, wie wir es auch all die Jahre gemacht hat. Wir werden die letzten sein, die sich darüber beschweren. Ich glaube, daß sie ihre Chance wittern. Sie haben Blut geleckt voriges Jahr. Es wäre für mich sehr überraschend, wenn sie heuer nicht um den Titel mitreden werden. Von Graz weiß ich leider nichts bis zu wenig. Für Gerüchte bin ich nicht zugänglich. Ich glaube das die Grazer intern noch einige Dinge zu lösen haben. Ich vermute, daß sie immer noch sehr stark darauf hoffen, daß diese neue Regel für 2007 dann auch für sie die Wende bringen wird. Ich sage Ja, das kann sein, aber die Giants müssen dazu auch noch ihren Teil aus eigener Kraft beitragen sonst wird es schwer. Kärnten ist eine völlig andere Geschichte. Da weiß niemand genau, was man sich erwarten kann. Ich hoffe, daß aus dieser Fusion, die nun Gott sei Dank passiert ist, etwas Starkes entsteht.

Anmerkung:
Die Cineplexx Blue Devils spielen heuer mit 7 Importspielern.
Insgesamt haben sie 16 Nicht-Österreicher am Roster.
Die Dodge Vikings spielen heuer mit 6 Importspielern.
Insgesamt haben sie 11 Nicht-Österreicher am Roster.


Shawn Olson
Viele Teams sind sehr gut auf dem Papier. Wir schauen in Moment auf dem Papier vielleicht etwas schwächer aus als andere und als das früher der Fall war. Die Spiele werden aber nicht auf dem Papier ausgetragen. Wir werden in den nächsten Wochen herausfinden wie stark alle sind. Woche für Woche. Was auf dem Papier geschrieben steht, muß sich nicht zwangsweise aufs Feld übertragen. Der Rest ist Spekulation.

Dr. Manfred Schlitzer
Eine Frage noch an den Alfred Neugenauer. Die Raiders haben eine Aktion gestartet - die meisten wären das ja mitbekommen haben. Sie haben an Innsbrucker Haushalte Eintrittskarten für die ganze Familie verschickt. Ist das dem österreichischen Football überhaupt zuträglich und denken die Vikings an ähnliche Aktionen?

Alfred Neugebauer
Sicherlich nicht. Auffällig ist bei dieser Sache, daß sie diese Aktion schon seit einigen Jahren so durchziehen. Früher haben sie die Karten halt aufgelegt, jetzt schicken sie diese per Post zu. Sie haben nur dann Eintritt verlangt, wenn zum Beispiel der Vikings Fanbus vorgefahren ist. Dann ist schnell eine Kasse rausgeholt worden. Wir sind später erst drauf gekommen, daß es die Karten eigentlich gratis gibt. Das halten wir, um die Frage zu beantworten, für den komplett falschen Weg. Es kann sein, daß wir mal vereinzelt Karten verschenken – das haben wir auch schon in Vergangenheit getan. Nur entwertet eine solche großflächige Aktionen im Endeffekt das Produkt. Alles was gratis ist, hat keinen Wert mehr. Solche Verteil Aktionen lehnen wir für uns daher ab. Das Problem einer Austrian Bowl in Innsbruck stellt sich genau deshalb jedes Jahr. Ein Veranstalter könnte dort nie überleben, weil die Leute nicht daran gewöhnt sind Eintritt zu bezahlen. Aber das ist wie gesagt ihr Weg. Wenn sie meinen es sei der richtige, dann wünschen wir viel Vergnügen. Wir glauben das nicht, darum machen wir es auch nicht.

Dieses Protokoll wurde im Feldversuch zum überwiegenden Teil mit einer Spracherkennungssoftware der Firma Philips (Free Speech), so wie Hard- und Software der Firma iRiver (IFP-180T) angefertigt. Menschen dienten nur zur Überwachung der Maschinen und ihrer Programme.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

war ausser dem schlitzer und dem reiterer kein einziger pressefritze dort??? (der ubell zählt nicht, der ist selbst vikinger...)

Anonym hat gesagt…

Du höchst persönlich hast gefehlt!

Anonym hat gesagt…

Welche Sportzeitschirften ausser der Sportwoche gibt es den noch in Österreich?

Österreich ist einfach keine Nation des Sports. Da muss man einfach in die europäischen Nachbarländer schauen und erkennen, dass man noch einen weiten Weg vor sich hat.

Anonym hat gesagt…

Der Ubell ist vom Echo Verlag. Dafür, daß er auch ein Viking ist hat er ganz schön deftige Fragen gestellt. Außerdem war sport1 und sportlive dort, die haben aber die Fragerei dem schli und dem fishfinger überlassen. Eh besser so, weil die können das wenigstens.

Anonym hat gesagt…

ein hit ist der absatz mit dem worlaut ...voll und ganz auf QB henry und WR/QB atwood verlassen...

was ist den mit den QB jobstmann, der die nation 2009 zum em titel führen soll.

ist irgenwie ein schlag ins gesicht, wenn nicht mal der eigene verein auf ihn baut.

p.s. ich dachte olson ist pole und nicht kanadier, stand jedenfalls so im roster, ich lach mich immer mehr schief...

Anonym hat gesagt…

sollen wir dir das mir den dual passportspielern nochmal erklaeren...?! manche sind halt ein wenig langsamer als andere...

Anonym hat gesagt…

es waren 20 journalisten anwesend. nur trauen die sich nie fragen zu stellen, weil sie angst haben sich zu blamieren :-)))

Anonym hat gesagt…

...und des "fernsehn" nicht zu vergessen, bitte...

Anonym hat gesagt…

>Dieses Protokoll wurde im Feldversuch >zum überwiegenden Teil mit einer >Spracherkennungssoftware der Firma >Philips (Free Speech), so wie Hard- >und Software der Firma iRiver >(IFP-180T) angefertigt. Menschen >dienten nur zur Überwachung der..

und das funktioniert ? wow.

Anonym hat gesagt…

und das ist dann bestimmt die ausrede dafür dass der wurm nicht mal deutsch kann...

Anonym hat gesagt…

2009 führt bernd dittrich die nation zum em titel

Anonym hat gesagt…

2009 wird uns der Anonym von "22 März, 2006 21:48" zur SuperBowl führen...

Anonym hat gesagt…

Mir wurscht wer uns 2009 zum em titel führt!!

Hauptsache ich werde für seinen Arsch blocken!!!!
So schauts aus!

Anonym hat gesagt…

"2009 wird uns der Anonym von "22 März, 2006 21:48" zur SuperBowl führen...
23 März, 2006 14:01"

Herr/Frau 23. März, 14:01:
Da kann ich dich beruhigen. Ich mag nicht und geh lieber golfen in der zeit ;-)